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Emma Cline
The Girls

Hanser
2016
Übersetzt von Nikolaus Stingl
352 Seiten
ISBN-13: 978-3446252684
€ 22,-


Von Volker Frick am 16.10.2016

  Eine alte Geschichte. Erzählt von einem 14jährigen Mädchen, und Jahrzehnte später, wiederum von ihr: als ältere Frau. Jahrzehnte später, und sie wird noch immer umgetrieben von einer irrationalen Angst. Die Liebe als posttraumatische Belastungsstörung.
  Die Autorin Emma Cline hat dieses Buch qua Ankündigung eines Romans, der die Geschichte der 'Family' von Charles Manson als Folie hat, auf den Markt werfen lassen. Charles Manson geht immer. Aber dieses Buch geht ganz anders, recht eigentlich ist es eine Liebesgeschichte, oder die Geschichte eines pubertierenden Mädchens, deren Eltern gerade sich haben scheiden lassen, und die unbestimmte Suche nach etwas anderem als der alltäglichen nervigen Öde. Die Jungs sind cool. Und dann sieht sie die drei Mädchen, it's 1969 okay / war across the usa (Iggy Pop), aber eines dieser Mädchen, die optisch völlig aus dem Rahmen fallen, da Haare lang und zottelig, barfuss, schmuddelige Klamotten, fällt ihr als erstes ins Auge. Älter als sie selbst, wird sie kein Auge von ihr lassen, ihre Aufmerksamkeit suchen, vieles tun um ihre kindlich idolisierende Liebe am Leben zu erhalten.
  Dann aber schleicht sich der Tod heran, irreale Fernsehbilder, Morde, an deren Beteiligung die Erzählerin nur deshalb nicht beteiligt war, da sie auf dem Weg zu diesem Verbrechen aus dem Auto expediert wurde. Von einer Frau, und (darob) eigentlich eine Geschichte über die erste pubertäre (darob elitäre) Liebe eines Mädchens zu einer Frau als einer der (darob) primären Abhängigkeit. Bitter, wie so gesagt wird, doch schön, da gekonnt geschrieben, zu lesen.

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