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Gabriella Wollenhaupt
Grappa greift durch

Grafit Verlag
2016
224 Seiten
ISBN-13: 978-3894254681


Von Andreas Rüdig am 22.09.2016

  Eines Nachts sitzt eine Frau (offensichtlich Muslima) auf einem Kinderspielplatz. Sie schaukelt dort ihr totes Kind. Dumm daran: Die erst zweijährige Öslem ist keines natürlichen Todes gestorben. Ihre Mutter Duru Sahin steht allerdings unter Schock und schweigt.
  
  Maria Grappa ist Polizeireporterin beim Bierstädter Tageblatt. Sie findet schnell heraus, daß ein international gesuchter IS-Terrorist der Vater des toten Kindes ist. Diese Nachricht darf sie aber nicht veröffentlichen - ihr Chef verpaßt ihr einen Maulkorb. Und das nicht ohne Grund. Der Integrationsrat und die Stadtoberen üben Druck auf ihn aus - der religiöse Frieden vor Ort soll schließlich nicht gefährdet werden.
  
  Wollenhaupt ist Jahrgang 1952. Sie arbeitet als Journalistin, zuerst bei der WAZ, dann beim Westdeutschen Rundfunk. Die Grappa-Romane schreibt sie seit 1993. Fast jährlich ist ein Band davon erschienen.
  
  In der Regel verarbeitet Wollenhaupt ein tagesaktuelles Thema in ihren Kriminalromanen. Hier geht es um den Terror des IS - Islamischen Staates, der nun auch Bierstadt erreicht. Integration und Islam sind die übergeordneten Themen, um die sich eine gut lesbare Geschichte dreht. Mit Friedemann Kleist, Annegret Schmitz und den Käbbeleien in der Redaktion des Tageblattes ist auch der Kosmos der Maria Grappa vertreten. Die Reporterin darf dabei auch ein wenig zur ihren Wurzeln zurückkehren und Krawall schlagen.
  
  Die Geschichte ist erst einmal auf gut und schnell lesbare Unterhaltung angelegt. Was nicht heißen soll, daß sie oberflächlich wäre. Ein paar Häppchen Hintergrundwissen wird schon vermittelt - tiefschürfende Recherchen hat Wollenhaupt dafür aber nicht anstellen müssen. Wer regelmäßig Tageszeitung liest, wird die benannten Fakten schon kennen.
  
 D as Buch ist schnell lesbar. Es eignet sich gut für den Urlaub oder ein verregnetes Wochenende, an dem man nicht weiß, was man machen soll.

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