Hauptseite
Rezensionen
Autoren
Themen
Reportagen
Meldungen
Links
Kontakt
Newsletter
Georg von Andechs
Recht und Rache

Emons
2015
224 Seiten
ISBN-13: 978-3954514892
€ 9,90


Von Klaus Makollus am 19.09.2016

  Als im Rhein bei Duisburg eine Wasserleiche geborgen wird, bekennt sich eine bislang unbekannte Gruppe namens Nemesis zu der Tat. Und kündigt dabei auch noch weitere Untaten an. Klaus Heppner von der örtlichen Duisburger Mordkommission übernimmt die Ermittlungen.
  Wer ist das nächste Opfer? Wer verbirgt sich hinter der Verbrecherorganisation?
  
  Das Buch ist als "Ruhr-Krimi" angekündigt. Tatsächlich spielt er im Großraum Duisburg-Düsseldorf. Lokalkolorit gibt es hier keinen; die Handlung könnte faktisch auch in anderen Städten spielen. Eine überflüssige Episode beschäftigt sich mit dem Zuzug von Sinti und Roma aus Rumänien und Bulgarien sowie deren "Klau-Kids". Der Rocker-Krieg zwischen Hell`s Angels und Bandidos wird ansatzweise für die Handlung instrumentalisiert.
  Handlung und Handlungsablauf sind ungewöhnlich. Brutal und ruppig wird mit den Mordopfern umgegangen, präzise ihre Hinrichtung geplant und durchgeführt. Die Nemesis kann es sich dabei sogar erlauben, Kontakt zu der Polizei aufzunehmen - das geht so weit, daß einzelne Polizisten ungestraft entführt und wieder freigelassen werden können - wann hat es so etwas schon mal in einem deutschsprachigen Kriminalroman gegeben?
  
  Im Rahmen der Handlung werden Themen wie Recht und Gerechtigkeit, Selbstjustiz, Mitmenschlichkeit und Gefühlskälte angesprochen. Eigenmächtig darüber zu entscheiden, ob jemand ein Unmensch, Krimineller und Übeltäter ist, ist nicht die Aufgabe von Privatpersonen. Mord ist und bleibt Mord, also eine Straftat, ganz egal, aus welchen (edlen) Gründen er auch geschieht.
  Die Geschichte wird sicherlich spannend, actionreich und auch ein wenig dramatisch erzählt. Sie ist aber auch ein wenig grenzwertig. Ob unsere Justiz wirklich immer "gerecht" urteilt und formal richtige Urteile wirklich unbeteiligten Personen vermittelt werden können, sei einmal dahingestellt. In einem guten Kriminalroman möchte der Leser aber an das Gute glauben, nämlich, daß Verbrechen aufgeklärt werden und Polizei / Detektiv gewinnen.
  
  Georg von Andechs ist das Pseudonym des Duisburger Kriminalbeamten Jörg Ziemer. Er ist seit rund 25 Jahren in diesem Beruf tätig.

Das Copyright © liegt beim jeweiligen Autor der Kritik. Ohne seine ausdrückliche Zustimmung darf seine Rezension nicht verwendet werden.

Wenn Sie zu diesem Buch auch eine Kritik schreiben wollen, senden Sie diese bitte per eMail. Diese Mail geht an den Betreiber dieser Seite!
Mails an den Autor der Kritik sind nur möglich, wenn dessen Name ein Link ist. Mit dem Link gelangen Sie zum Portrait des Rezensenten, wo meist auch seine eMail-Adresse zu finden ist. Andernfalls ist keine Kontaktaufnahme erwünscht oder möglich.