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Lee Child
Die Gejagten
Ein Jack-Reacher-Roman
(Never go Back (18 Reacher))

Blanvalet
2016
Übersetzt von Wulf Bergner
448 Seiten
ISBN-13: 978-3764505424
€ 19,99


Von Hans Durrer am 07.08.2016

  Jack Reacher, ein ehemaliger Militärpolizist, ist ein Einzelgänger, der ständig unterwegs ist und nichts anderes besitzt, als was er auf sich trägt. Sein Schöpfer, Lee Child, sagt von ihm: „Alle meine Zeitgenossen schreiben Serien, die all die vertrauten Bestandteile hatte – der Held hatte einen Job, einen Wohnsitz, Freunde. Ich wollte jemanden mit unbeschränktem Handlungsspielraum, jemanden, der weniger fest verankert war.“
 
  Lee Child zu lesen beziehungsweise seine Zeit mit Jack Reacher zu verbringen, bedeutet, völlig absorbiert von einer spannenden Geschichte, die Zeit zu vergessen. So jedenfalls ist es mir mit „Die Gejagten“ ergangen.
 
  Reacher war einmal Leiter einer Einheit bei der Militärpolizei. Er reist nach Virginia, um seine Nachfolgerin, Major Susan Turner, kennenzulernen. Doch die befindet sich in Haft und ihm wird nahegelegt, zu verschwinden. Das tut er nicht, denn Reacher ist einer, der sich nicht einfach so herumkommandieren lässt, keiner der flüchtet, sondern einer, der sich wehrt, einer, der kämpft
 
  Er wird verhaftet. Es gelingt ihm, sich und auch Susan Turner zu befreien. In der Folge machen sich die beiden zusammen auf, der Frage auf den Grund zu gehen, weshalb sie für einige offenbar eine Gefahr darstellen und aus dem Verkehr gezogen werden sollen. Die Geschichte spielt wesentlich in Afghanistan, Los Angeles und Washington.
 
  „Die Gejagten“ ist nicht nur ein toller Page Turner, sondern auch ein Roman voll von smarten und witzigen Dialogen:
 
  „Sind Sie Anwalt? Ihr Name sagt mir leider nichts.“
  „Ich war bei der Militärpolizei. Tatsächlich bin ich bei der Militärpolizei. Ganz unerwartet wieder. Deshalb habe ich gute juristische Kenntnisse.“
  „Ach wirklich? Wie ein Klempner die wissenschaftlichen Hintergründe von Hydro- und Thermomechanik versteht?“
  „Schmeicheln Sie sich nicht selbst, Colonel. Jura ist keine Hexerei.“
 
  „Er ist glatt an uns vorbei gegangen. Wie lange dauert's, bis sein Gehirn einsetzt?“
  „Er ist FBI-Agent, also nicht sofort.“
 
  Zudem ist „Die Gejagten“ ein höchst lehrreiches Buch, das auch vielfältige Aufklärung bietet:
  Wussten Sie, was in einem Wagen ohne Trennscheibe der sicherste Platz für die Beförderung eines bösen Kerls ist? Hinten rechts, denn da kann er dem Fahrer am wenigsten gefährlich werden.
  Oder: „Zu essen gab es nichts. Nicht in der Economy-Klasse. Man konnte Zeug kaufen – hauptsächlich als Naturprodukte getarnte kleine Chemiebomben ...“
 
  Jack Reacher mag nicht, was normale Menschen mögen. Das liegt an seiner DNA, ist er überzeugt. „Ich glaube, dass neunundneunzig von uns mit Liebe zum Lagerfeuer aufwachsen, während einer es hasst. Neunundneunzig von uns empfinden Angst, wenn sie den Wolf heulen hören, und einer beneidet ihn. Und dieser Kerl bin ich.“
 
  Einen solchen Helden lasse ich mir gerne gefallen, ein solcher Held macht Mut.

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