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Tom Holland
Der Schläfer in der Wüste
(The Sleeper in the Sands, 1998)

Econ
1999
Übersetzt von Wolfdietrich Müller
446 Seiten
DM 44,90


Von Alfred Ohswald am 18.10.2000

  Howard Carter arbeitet sich bei den Ausgrabungen in Ägypten langsam vom Zeichner zum Archäologen hinauf. Aufgrund eines alten Berichtes glaubt er die Lage eines noch nicht entdeckten Pharaonengrabes zu kennen.
  Der Bericht stammt von Harun Al-Vachel, einem treuen Diener des ägyptischen Kalifen Al-Asis. Nachdem Al-Asis gestorben war, wurde der despotische Bi-Amr Allah Al-Hakim Kalif und Harun diente auch ihm treu, weil er es seinem Vater versprochen hatte. Nachdem er viele erfolgreiche Feldzüge im Auftrag seines neuen Herrscher siegreich beendet hat, kehrt Harun nach Kairo zurück. Doch Al-Hakim hat von einer sagenhaften Stadt gehört und befiehlt Harun, auch diese zu erobern. Harun gelingt es diese Stadt zu finden, und obwohl sie von Untoten bewohnt ist, erobert er die Stadt und ihre Reichtümer. Aber er schwört, das Schwert aus der Hand zu legen, und sich künftig nur mehr dem Erwerb von Weisheit zu widmen. Er erringt sich auf Reisen durch die ganze Welt den Ruf eines weisen Mannes und lernt, zurück in Kairo, auf wundersame Weise seine künftige, geheimnisvolle Frau kennen. Diese seltsame Frau schenkt dem bis dahin kinderlose Harun auch eine Tochter. Doch sie bringt ihn in eine gefährliche Situation, und sein Kalif bedroht das Leben seiner geliebten Tochter, wenn er es ihm nicht gelingt, die todkranke Schwester des Kalifen zu retten. Harun kennt kein Heilmittel und reist zu den uralten Stätten Ägyptens, um dort das nötige Wissen zu finden.
  Als er zurückkehrt, hat er eine wundersame Geschichte aus längst vergangenen Zeiten zu erzählen. Um das Geschlecht der einstigen Herrschers von Ägyptens gab es ein Geheimnis, das er für einen sehr hohen Preis erfuhr. Die Geschichte rangt sich um den Ketzerpharao Echnaton und seine Familie und seinen Versuch, einem uralten Fluch zu entrinnen.
 
  Hollands vierter Roman beschäftigt sich weniger mit Vampiren, wie die drei Vorgänger, sondern spinnt eine phantastische Geschichte rund um den berühmten ägyptischen Pharao Echnaton, Howard Carter, den Entdecker des Grabes von Tutenchamun und seiner originellen Version von Tausendundeiner Nacht. Die Geschichte um Carter, und damit die ersten knapp 150 Seiten sind dabei der schwächste Teil und Holland kommt dabei die ganze Zeit nicht richtig in Fahrt. Doch ab der Geschichte rund um Harun Al-Vachel, dessen Name Leser der drei vorhergehenden Bücher des Autors vielleicht als Vachel Pascha bekannt vorkommt, kann Holland wieder seine ganze Fabulierkunst zeigen. Und als Vachel dann Nacht für Nacht die "wahre" Geschichte rund um Echnaton und die Pharaonen der Amarna-Dynastie erzählt, läuft er zur Hochform auf. Man sollte sich also nicht möglicherweise vom ersten Teil abschrecken lassen. So nebenbei erfährt man eine Menge über diese Zeit der ägyptischen Geschichte, und es ist sicher kein Nachteil, wenn des Leser sich zumindest etwas dafür interessiert.

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