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Denise Mina / Andrea Mutti / Antonio Fuso
Vergebung
Stieg Larsson

Panini
2016
272 Seiten
ISBN-13: 978-3957986320
€ 29,99 [D] 30,90 [A]


Von Alemanno Partenopeo am 16.05.2016

  Nachdem Lisbeth Salander versuchte ihren Vater mit einer Axt zu erschlagen, werden beide in dasselbe Krankenhaus eingeliefert, nur ein paar Meter voneinander entfernt. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis der eine den anderen beseitigt, doch dann kommt ein Zufall zu Hilfe und Lisbeth überlebt. Der Journaist Mikael Blomkvist, von seinen Freundinnen kurz Mikey genannt, setzt alles daran der misshandelten und missbrauchten Lisbeth zu helfen und deckt dabei eine schreckliche Verschwörung auf, deren Spur ihn bis in die höchsten Kreise der Gesellschaft führt. Denn der Vater von Lisbeth, Alexander Zalatschenko, der während des Kalten Krieges von den Russen überlief, betätigte sich nicht nur als Spion für die Regierung, sondern baute auch einen Mädchenhändlerring auf, dessen Kunden bis in die Spitzen der besseren Gesellschaft reichten. Die Behörden tun natürlich ihr bestes, diesem Staat im Staate das Handwerk zu legen, doch die Korruption erreicht so weite Kreise, dass der Kampf aussichtslos erscheint.
  Die grafische Umsetzung der großen Roman-Trilogie von Stieg Larsson um die verlorene Seele der Lisbeth Salander, einer Identifikationsfigur aus den Achtzigerjahren, ist so gut gelungen, dass gleich alle drei Teile als Graphic Novel umgesetzt wurden. „Vergebung“ ist der dritte und letzte Teil und mündet in eine große Gerichtsverhandlung, ganz nach dem Muster amerikanischer Trial-Movies, bei denen die Spannung auf der Auswertung der Fakten liegt und sowohl Staatsanwaltschaft als auch Verteidigung das unweigerliche Zeugnis vom Funktionieren des Justizsystems erbringen müssen. Denn eine der Säulen der Republik ist die Jurisdiktion und diese wird stets als unbestechlich charakterisiert, um das Vertrauen in das System nicht zu gefährden. Lisbeth Salander kommt in diesem Teil der Trilogie nur wenig zu Wort – sie hat ja ebenso einen Mordanschlag überlebt – aber nur wenn sie redet, kann das Gericht sie auch wieder für „mündig“ erklären statt sie als Psychopathin in eine Anstalt abzuschieben, wie es ihre Widersacher wollen.
  Zudem treibt auch noch Zalatschenkos Sohn Ronald Niedermann sein Unwesen und Lisbeth weiß, dass selbst wenn sie freigesprochen wird, ihr Bruder immer auf sie warten wird: um ihrer beider Vater zu rächen. Spannende Geschichte wunderbar düster umgesetzt, ein Genuss für Liebhaber der gehobenen Unterhaltung.

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