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Fred Duval / Jean-Pierre Pécau
Russen auf dem Mond!
Tag X: Bd. 3

Panini
2016
56 Seiten
ISBN-13: 978-3957986986
€ 14,99


Von Alemanno Partenopeo am 16.05.2016

  „Lang lebe die UdSSR, die Heimat aller freien Sterne der Galaxie!“, ruft Walentina Tereschkowa und pflanzt voller Stolz die rote Fahne in den Boden des Mondes. Die russische Raumstation „Zvezda“ (deutsch: Stern) wird dann zum Schauplatz der Zukunft der russischen Mondfahrt und markiert den Beginn einer sowjetischen Herrschaft über die Galaxie. Wunschdenken? Tatsächlich hatten die Russen den Wettlauf in das Weltall zwar gewonnen (mit Laika und Gagarin), die Mondlandung gelang jedoch den Amerikanern und die berühmten ersten menschlichen Worte, die auf dem Mond gesprochen wurden, werden auch in dieser intelligenten Comicadaption paraphrasiert: „Ein kleiner Schritt für mich, ein großer für die Menschheit!“
  In der Reihe „Tag X“ stellen verschiedene Autoren immer wieder historische Daten in den Mittelpunkt und überlegen sich, wie die Geschichte wohl auch anders ausgehen hätte können, das berühmte „Aber wenn, ....“ also. „Der 19. September 1969: Die UdSSR gewinnt das Rennen gegen die USA, das 10 Jahre zuvor begann“ ist so ein Tag, ist so eine Geschichte, denn was wäre tatsächlich geschehen, wenn die Sowjetunion den Propagandakrieg um die Überlegenheit der Systeme 1969 gewonnen hätte? Einen mutigen Ansatz repräsentiert die Geschichte der Franzosen Duval & Pécau- Buchet, denn sie lassen am Mond auch die Amerikaner zum Zug kommen, die sich dort dann mit den sowjetischen Kosmonauten verbrüdern, wobei Destillation und Plantagen bei der Verbrüderung merklich helfen. „Wir wollen der Welt zeigen dass man miteinander leben kann, ohne sich gegenseitig an die Gurgel zu gehen. Wenn es auf dem Mond funktioniert, muss das auch auf der Erde möglich sein. Das Kind von Dimitri und Valerina wird ein Symbol dafür sein.“
  Aber natürlich gibt es auch auf beiden Seiten Hardliner, die man damals ja als „Falken“ bezeichnete und die statt auf eine Koexistenz auf die totale Konfrontation der Systeme aus war, um die Überlegenheit des jeweils eigenen - auch auf die Gefahr der totalen Zerstörung beider Systeme und der ganzen Welt hin - beweisen wollten. Während sich am Mond also eine Gemeinschaft der Kameraden entwickelt und sogar eine Geburt eines gewissen „Jimmy-Leonid“ oder „Leonid-Jimmy“ ansteht, versuchen die Hardliner der beiden irdischen Systeme gerade diese himmlische Gemeinschaft der Kosmo- und Astronauten zu vernichten, indem sie Kontrolleure entsenden. Doch den Mond-Kolonisten fällt bald eine Lösung für das Problem ein, die mit sehr viel terrestrischem Witz und französischen Charme erzählt wird.

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