Hauptseite
Rezensionen
Autoren
Themen
Reportagen
Meldungen
Links
Kontakt
Newsletter
Meredith Finch / David Finch
Kriegswunden
Wonder Woman - Göttin des Krieges: Bd. 1

Panini
2016
156 Seiten
ISBN-13: 978-3957987341
€ 16,99


Von Alemanno Partenopeo am 15.05.2016

  Eine weibliche Autorin und ein männlicher Zeichner haben die 1941 geschaffene Figur aus ihrem Justice League Umfeld herausgeholt und stellen sie in vorliegendem Sammelband in den mythologischen Zusammenhang ihrer ursprünglichen Heimat. Denn was vielleicht immer wieder etwas untergeht, ist die Tatsache, dass die Lasso-schwingende Amazone zuhause eigentlich eine Königin und Göttin ist und sie diese Doppel-Rolle natürlich auch immer wieder in Schwierigkeiten bringt. Denn wie viele Könige sind schon in ihrer Abwesenheit abgesetzt worden! Unzählige! Aber Diana, die seit Charles Soules Superman/Wonder Woman zudem mit Clark Kent alias Superman liiert ist, muss als Göttin des Krieges auch für ihre Familie – ihre Mutter Hippolyta – und ihren Amazonen-Stamm sorgen, was sich mit ihren Pflichten bei der Justice League sichtlich nur sehr schwer vereinbaren lässt.
  Obwohl Wonder Woman den grausamen Erstgeborenen des Zeus besiegen und in die Tiefen der Erde verbannen kann, sind nicht alle ihre Amazonen-Schwestern von ihr gleich angetan. Außerdem befinden sich auf der nur von Frauen bewohnten Paradiesinsel seit neuestem auch Männer und die haben im Paradies ja nun wirklich nichts verloren, oder? Die mythologischen und fantastischen Aspekte der Göttin, Amazone und Superheldin werden vom Ehepaar Finch wieder mehr in den Vordergrund gespielt und so eine Brücke geschlagen zwischen den Göttern der Antike und denen des 21. Jahrhunderts. Ein besonderer Gastauftritt ist auch Swamp Thing gewidmet, der sich von Dianas Schönheit wenig beeindruckt zeigt und sie kurzerhand mit einer Schlingpflanze umarmt und als Baum (ver-)pflanzt. Auch wenn Wonder Woman manchmal den Gesichtsausdruck einer Manga-Prinzessin verpasst kriegt, sind die anderen Zeichnungen doch sehr anschaulich, besonders die Szene in der sie sich in einer der berühmten Hitchcock-Duschszenen dem wertvollsten Element unserer Erde nackt aussetzt: dem Wasser. „Es fühlt sich an, also könnte man damit all die Sorgen und Nöte einfach wegspülen…wenn auch nur kurz.“
  Wer schätzt noch die Dinge, die einfach da sind? Die immer da sind? Denn das Wasser, das wir benutzen ist gleichzusetzen mit der Justice League, die die Erde beschützt, oder mit Wonder Woman, die ihre Paradiesinsel schützt, auch wenn sie nicht immer bei denen ist, die sie lieben und vermissen. Liebe ist weder an Zeit und Raum gebunden und wenn ihre Schwestern sie brauchen, ist sie stets zur Stelle. Keine andere Pflicht kann sie davon abhalten, denn nicht umsonst nennt man sie: Wonder Woman! Die Frau, die überall gleichzeitig sein kann.

Das Copyright © liegt beim jeweiligen Autor der Kritik. Ohne seine ausdrückliche Zustimmung darf seine Rezension nicht verwendet werden.

Wenn Sie zu diesem Buch auch eine Kritik schreiben wollen, senden Sie diese bitte per eMail. Diese Mail geht an den Betreiber dieser Seite!
Mails an den Autor der Kritik sind nur möglich, wenn dessen Name ein Link ist. Mit dem Link gelangen Sie zum Portrait des Rezensenten, wo meist auch seine eMail-Adresse zu finden ist. Andernfalls ist keine Kontaktaufnahme erwünscht oder möglich.