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Jacques Berndorf
Magnetfeld des Bösen

KBV
2016
262 Seiten
ISBN-13: 978-3954412891
€ 10,95


Von Andreas Rüdig am 16.04.2016

  Für Friedrich Kraft gibt es einfach keine andere Lösung: Gustva Schumacher, sein Schwager, muß unbedingt beiseite geschafft werden. Nicht nur deswegen, weil Schumacher ihn regelmäßig demütigt - nur wenn Schumacher weg ist, wird für Kraft der Weg an die Spitze des Unternehmens frei.
  Andreas Lorenz, sein Schwiegersohn, willigt bereitwillig in den genialen Plan ein - mit ungeahnten wie tödlichen Folgen.
  
  Jacques Berndorf ist das Pseudonym des Journalisten, Sachbuch- sowie Romanschriftstellers Michael Preute. Er wurde 1936 in Duisburg geboren. Mit seinen Eifel-Krimis avancierte er zu einem der erfolgreichsten deutschsprachigen Kriminalschriftsteller überhaupt.
  Den hier vorliegende Text veröffentlichte er 1969 als Fortsetzungsroman im Stern und 1970 als Buch im C. Bertelsmann Verlag. Hier ist eine Neuauflage davon.
  
  Die Handlung wird aus zwei verschiedenen Perspektiven erzählt. Im Hauptteil wird berichtet, wie es zu verschiedenen Morden kommt und was die Mörder dazu antreibt.
  Daneben gibt es in kursiver Schrift immer wieder Einschübe. Ein fiktiver, namenloser Staatsanwalt beschreibt, wie er die Tathergänge zu Papier bringt. Diese Passagen haben eher den Charakter eines Rückblickes. Die Handlung kommt ohne jegliche Polizeiarbeit oder Detektiv aus. Allein das ist für dieses Genre schon ungewöhnlich. Die Geschichte zieht den Leser aus ihrer Dichte, Atmosphäre und erzählerischen Kraft in ihren Bann. Lediglich der Hinweis auf Tonbandaufnahmen läßt die Entstehungszeit erahnen - gleichzeitig ist dieser Hinweis für den Plot am Ende wichtig: Ohne ihn würde er nicht funktionieren.
  
  Warum wurde der Roman gerade jetzt wieder veröffentlicht? War es gut, daß Preute / Berndorf in den `70er und `80er Jahren keine Kriminalromane schrieb? Wir dürfen rätseln.
   Vielleicht dient das Trio Criminale vom Niederrhein, Leenders / Bay / Leenders, ja als Gegenbeispiel. Hier hat sich der literarische Erfolg früh eingesetzt, als die drei Autoren noch mitten im Berufsleben standen. Heute ist gerüchteweise aus der Verlagslandschaft zu hören, sie hätten die Lust am Schreiben verloren...

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