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Sandor Marai
Das Vermächtnis der Eszter
(1939)

Piper
2000
164 Seiten
DM 32,-


thalia.at
amazon.de

 

 

Von Claudine Borries am 06.10.2000

  Wieder, wie in dem Roman " Die Glut" vom selben Autor, geht es um eine Lebensgeschichte, die aus der Rückschau eines längst gealterten Menschen erzählt wird.
  Eszter, die Erzählerin, berichtet über Lajos, ihre einzige Liebe. Aber die Geschichte ist sehr lange her. Es stehen sich Menschen gegenüber, von denen die einen naiv, lauter, ehrlich und ehrbar sind; die anderen sind von unstetem Charakter, unehrlich, gerissen, auf den eigenen Vorteil bedacht und das ohne jede Rücksicht auf die Folgen für die, die sie schädigen. So hat Lajos entgegen allen Erwartungen die Schwester von Eszter geehelicht. Diese ist schon lange verstorben. Die aus diese Ehe hervorgegangenen Kinder haben denselben berechnenden Charakter wie ihr Vater Lajos.
 
  Es ist eine Geschichte von Lug und Betrug, und davon, wie Menschen rücksichtslos jene, von denen sie geliebt werden, zugrunde richten können. Auch davon, wie einzelne Charaktere mit Selbstinszenierungen und Theaterspiel als Lebenselixier sich selber und andere zu täuschen vermögen. Die Geschichte ist grausam in ihrem psychologischen Darstellungsgehalt und dennoch wahr trotz der scheinbaren und fast unglaubhaften Überzogenheit.
  In einem kurzen Vorspann wird wieder einmal die Lebensweisheit und Lebensmüdigkeit des Autors, aber auch die Resignation darüber, was Menschen einander antun können, in wunderbarer Weise in Worte gefasst.
  Es ist ein empfehlenswertes Buch für alle jene, die bei der Auswahl ihrer Romanlektüre einen philosophischen und psychologischen Hintergrund suchen.

 

 

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