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Tom Holland
Das Erbe des Vampirs
(Supping with Pathers, 1996)

Econ
2000
Übersetzt von Wolfdietrich Müller
492 Seiten
DM 16,90 öS 123,-


Von Alfred Ohswald am 30.09.2000

  Der Arzt Dr. John Eliot erlebt im abgelegenen, nordindischen Königreich Kalikschutra unglaubliche und schreckliche Dinge. Zurück im victrorianischen London eröffnet er eine Praxis in einem Armenviertel um dort zu helfen. Dort sucht ihn eines Tages eine Frau auf und bittet ihn, ihren verschwundenen Mann zu finden, weil er für seine außergewöhnlichen Fähigkeiten als Detektiv bekannt ist. Da der verschwundene Mann einst zu Eliots wenigen Freunden zählte, willigt er ein.
  Bald schon stößt er bei seinen Recherchen auf seltsame Personen. Der Theaterimpresario Bram Stoker steht im dabei oft hilfreich zu Seite und später sollte auch der indische Professor Jyoti zu ihnen stoßen, den Eliot aus seiner Zeit in Indien kennt und dessen Kenntnisse auf gewissen Wissensgebieten sich als außerordentlich wertvoll ereisen sollten. Zuerst sieht es so aus, also ob der verschwundene Mann ermordet worden wäre, doch dann stellt sich heraus, dass er wegen eines amourösen Abenteuers verschwunden war. Er kehrt zu seiner Frau zurück. Seine Liebschaft war eine außergewöhnlich schöne und geheimnisvolle Frau, doch sie sollte sich für Eliot auch als außergewöhnlich gefährlich erweisen.
 
  Obwohl der deutsche Titel eine Fortsetzung des Erstlings "Der Vampir" von Holland vermuten lässt und die Hauptfigur daraus eine bedeutende Nebenrolle spielt, ist der Roman doch deutlich mehr. Es ist sowohl vom Stil als auch von der Handlung eindeutig eine Hommage an Bram Stokers berühmten "Dracula" und deutlich anders als "Der Vampir". Wie viele andere Vampirromane dieser Art, lässt auch Holland alle möglichen Berühmtheiten aus dieser Zeit in London oft an prominenter Stelle auftreten. Aber das machten zahlreiche Schriftsteller vor ihm auch schon mehr oder weniger gelungen, und es ist zwar immer wieder unterhaltsam aber kaum bemerkenswert. Holland hat aber auch Stokers Erzählweise sehr gekonnt nachempfunden, die Handlung wird ausschließlich anhand von Briefen und Tagebüchern der verschiedenen Protagonisten erzählt. Sogar der Stil bei den Briefen und Tagebüchern der verschiedenen Personen ist oft deutlich unterschiedlich, so schreibt der realitätsverbundene Wissenschaftler Eliot mit kurze, prägnanten Sätzen in seinem Journal.
  "Das Erbe des Vampirs" erreicht vielleicht nicht ganz die Atmosphäre von "Der Vampir", weil die Hauptfigur diesmal selbst kein Vampir ist, trotzdem übertrifft der Roman eindeutig die meisten Romane des Genres. Reichlich Spannung und einige überraschende Wendungen runden das Ganze zu einem wirklichen Lesegenuss ab.

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