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Neal Stephenson
Anathem
(Anathem, 2008)

Goldmann
2012
Übersetzt von Juliane Gräbener-Müller und Nikolaus Stingl
1024 Seiten
ISBN-13: 978-3442477944
€ 14,99


Von Alfred Ohswald am 10.08.2015

  Erasmus lebt auf dem Planeten Arbre in einer Art Kloster. Doch in diesen Klöstern auf Arbre wird ausschließlich Wissenschaft, konkreter theoretische Physik und Natur-Philosophie betrieben. Außerdem betreibt jedes Kloster eine gigantische Uhr und eine Sternwarte. Ihre Aufgabe ist, die theoretischen Erkenntnisse über die Welt und das Universum zu vermehren. Es gibt eine Menge verschiedener „Glaubensrichtungen“ unter den verschiedenen Klöstern, wobei aber kaum, welche religiös sind.
  Diese Klöster sind in unterschiedliche, streng voneinander getrennte Bereiche aufgeteilt. Es beginnt mit den Unarieren, setzt sich fort mit den Zehnern und endet bei den Hundertern und schließlich den Tausendern. Die Unarie dürfen ihre Tore zur Außenwelt nur jedes Jahr für eine Woche öffnen, die Zehner nur jedes zehnte Jahr und so weiter.
  Erasmus kommt dahinter, dass scheinbar irgend etwas im Gange ist und beginnt nachzuforschen, obwohl ihm dafür der Rausschmiss droht. Schließlich stellt sich heraus, dass ein Außerirdisches Raumschiff über Arbre aufgetaucht ist.
 
  Die Hintergrundwelt hat Stephenson wirklich akribisch mit viel Aufwand konstruiert, bis hin zur Sprache. Relativ häufig verwendet er mehr oder weniger fremde Begriffe, besonders im wissenschaftlichen Bereich. Auch den Figuren widmet er einigen Raum. Aber am ausführlichsten kommen wissenschaftliche Diskussion zwischen verschiedenen Fraktionen der theoretische Physik und Natur-Philosophie zu Wort. Wobei es den Lesern bei der ohnehin komplexen Materie durch die Verwendung oben erwähnter fremder Begriffe nicht eben leichter gemacht wird. Es ist ein ausgesprochen anspruchsvolles Buch, dass auch noch viel Durchhaltevermögen erfordert. Wer an der philosophischen Auseinandersetzung über verschiedene Weltbilder wenig Interesse zeigt, liegt hier mit ziemlicher Sicherheit falsch.
  Zuletzt noch ein Kompliment an das Übersetzerduo für ihre Herkulesarbeit!

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