Hauptseite
Rezensionen
Autoren
Themen
Reportagen
Meldungen
Links
Kontakt
Newsletter
Tom Holland
Der Vampir
(The Vampyre, 1995)

Econ
1998
Übersetzt von Wolfdietrich Müller
432 Seiten
DM 14,- öS 102,-


Von Alfred Ohswald am 13.09.2000

  Rebecca ist auf der Suche nach den Memoiren des berühmten englischen Dichters Lord Byrons. Bei dieser Suche ist ihre Mutter einst spurlos verschwunden und darum versucht sie es jetzt auch. Unter ziemlich seltsamen Umständen gelangt sie in das Haus des unheimlichen Lord Ruthven. Und der erzählt ihr dann eine wahrlich phantastisch anmutende Geschichte.
  Lord Byron reist von London gelangweilt gemeinsam mit seinem Freund Hobhause in das von den Türken besetzte Griechenland und von dort weiter nach Albanien. Unterwegs gelangt er in ein griechisches Dorf, in dem die Menschen eine schon an Aberglauben grenzende Angst vor ihrem türkischen Herrscher Vachel Pascha.
  Als er schließlich sein Ziel Jannina erreicht, um dort den berüchtigten Ali Pascha kennenzulernen, trifft er dort auch den geheimnisvollen Vachel Pascha. Er erzählt, dass er eine entflohene Sklavin verfolge. Als ihn Byron bei einer Audienz bei Ali Pascha wiedersieht, hat er sie bereits gefunden und lässt sie für die Gäste tanzen. Byron ist sofort von ihr bezaubert und als Vachel Pascha ihn auf sein Schloss einlädt, sagt er sofort zu um sie wiederzusehen.
  Auf dem unheimlichen, von eigenartigen Kreaturen bevölkerten Schloss bittet ihn die Sklavin, mit ihr gemeinsam zu fliehen. Er sagt zu, doch sie werden auf der Flucht gestellt und Byron muss zu seinem Schrecken erkennen, mit was für einem schrecklichen Wesen er sich angelegt hat. Vachel Pascha macht ihn zum Vampir und lässt die Sklavin töten.
  Byron hat vom ersten Augenblick nur den Gedanken der Rache im Sinn und es gelingt ihm schließlich, den uralten und mächtigen Vampir umzubringen. Doch damit beginnt erst die Existenz als blutdürstiges Ungeheuer für Byron. Hin und her gerissen zwischen mörderischen Wüten unter seinen Opfern und dem Versuch, sich möglichst viel von seiner Menschlichkeit zu bewahren, reist er durch den Osten. Bald trifft er auf einen anderen Vampir und es sollten noch andere folgen. Langsam erfährt er dabei einige schreckliche Geheimnisse um die Existenz als Vampir.
 
  Der Byron-Experte Holland hat mit einer Mischung aus Fakten und Fiktion dessen Biographie in die eines Vampirs geschrieben. Und er beherrscht das Geschichtenerzählen wirklich meisterhaft.
  Zumindest seit Dan Simmons "Kinder der Nacht" gab es keinen annähernd vergleichbaren guten Vampirroman mehr. Obwohl es in diesem Bereich spätestens seit Anne Rices "Interview mit einem Vampir" und den Folgeromanen reichlich Veröffentlichungen gab. Aber selbst sie konnte keine für einer Vampirroman gelungene Atmosphäre schaffen, wie es Holland hier gelang.
  Vor allem die Hauptfigur, der Vampir Lord Byron ist rundum stimmig und erfüllt das Klischee im positiven Sinn ohne dabei zu wenig komplex zu werden. Der wie angegossen passende Schreibstil macht dann aus dieser originellen und von der ersten bis zur letzten Seite spannungsgeladenen Geschichte einen der besten Horrorromane der letzten Jahre.

Das Copyright © liegt beim jeweiligen Autor der Kritik. Ohne seine ausdrückliche Zustimmung darf seine Rezension nicht verwendet werden.

Wenn Sie zu diesem Buch auch eine Kritik schreiben wollen, senden Sie diese bitte per eMail. Diese Mail geht an den Betreiber dieser Seite!
Mails an den Autor der Kritik sind nur möglich, wenn dessen Name ein Link ist. Mit dem Link gelangen Sie zum Portrait des Rezensenten, wo meist auch seine eMail-Adresse zu finden ist. Andernfalls ist keine Kontaktaufnahme erwünscht oder möglich.