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Pavol Rankov
Es geschah am ersten September (oder ein andermal)
(Stalo sa prvého septembra (alebo inokedy), 2008)

Wieser Verlag
2015
Übersetzt von Ines Sebesta
520 Seiten
ISBN-13: 978-3990291320
€ 21,-


Von lfred Ohswald am 24.05.2015

  Drei Freunde in der slowakischen Kleinstadt Levice vergucken sich am 1. September 1938 in das Mädchen Maria, der Tscheche Jan (auch Honza genannt), der ungarstämmige Peter und der jüdische Gabriel (nennt sich später Gabor). Sie beschließen, bei einem Wettschwimmen zu klären, wer um sie als erster werben soll. Gabriel ertrinkt dabei fast und deshalb erklären die Jungs die Entscheidung für auf einen späteren 1. September verschoben.
  Bei Kriegsausbruch wird Levive plötzlich als zu Ungarn gehörig deklariert und die dort ansässigen Slowaken vertrieben. Natürlich muss sich auch Gabriel wegen der Judenverfolgung verstecken. Gemeinsam mit Peter verbringt er einige Zeit versteckt im Keller von Marias Mutter. Dort wird Peter zum überzeugten Kommunisten und darum findet er nach dem Krieg auch Arbeit als Journalist. Jan und Gabriel dagegen emigrieren für einige Zeit nach Israel.
 
 
  Rankovs Roman gliedert sich in nach den Jahren 1938-1968 eingeteilte Kapitel mit jeweils einer Episode aus dem Leben der vier Hauptfiguren Jan, Peter, Gabriel und Maria. Dadurch gibt es meist keine durchgehende Handlung sondern mehr ein Springen von Episode zu Episode in deren Leben und damit auch der Geschichte der Slowakei und der Tschechoslowakei.
  Der nie zu einem Ergebnis kommende Schwimmwettkampf der drei Freunde und ihre Rivalität um die schöne Maria, der aber nie ihre Freundschaft trübt, scheint ein wenig, wie eine Metapher für das Streben der Slowakei für eine anständige Zukunft. Wobei Pavol anscheinend wenig Zutrauen in die Politiker hat, zumindest wenn man liest, wie er etwa Jozef Tiso oder Antonin Novotný karikiert überzeichnet beschreibt.

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