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Bob Brier
Der Mordfall Tutanchamun
(The murder of Tutankhamen, 1998)

Piper
2000
Übersetzt von Wolfgang Schuler
351 Seiten


Von Alfred Ohswald am 11.09.2000

  Brier stellt in seinem Buch, in erster Linie auf Grund einer Röntgenaufnahme des Schädels, die Theorie auf, dass Tutanchamun ein Mordopfer war. Weiter spekuliert er über den wahrscheinlichen Täter.
 
  Er fängt mit einer kurzen Übersicht der ägyptischen Geschichte, Kultur und Religion an, bei der er beim Großvater Amenophis III. und Vater Amenophis IV., dem späteren Echnaton, von Tutanchamon ausführlicher wird.
  Bald nachdem Amenophis IV. Pharao wurde begründete er die erste bekannte monotheistische Religion. Anstelle der alten Götter Ägyptens trat Aton, die lebensspendende Sonnenscheibe. In Mittelägypten ließ er aus dem Nichts seine neue Hauptstadt Amarna aus dem Boden stampfen, die er sein Leben lang nicht mehr verlassen sollte. Seinen Namen änderte er auf Echnaton und seine Frau war die wohl nach Kleopatra VII. berühmteste Ägypterin, Nofretete. Ihr gemeinsamer Sohn Semenchkare starb allerdings relativ jung mit ungefähr 18-20 Jahren. Dadurch wurde Tutanchaton, Echnatons Sohn mit seiner Nebenfrau Kija, der Thronerbe. Da sich Echnaton nicht im Geringsten um Außenpolitik kümmerte, ging Ägyptens Macht während seiner Regierungszeit weitgehend verloren und die Tributzahlungen unterworfener Länder blieben meist aus.
  Nach Echnatons Tod wurde Tutanchamun mit seiner Halbschwester Anchesenpaaton verheiratet und im kindlichen Alter von 10 Jahren Pharao. Mächtige , wie der Wesir Eje, Gerneral Haremhab und der Schatzmeister Maja sorgten dafür, dass das Königspaar seinen Regierungssitz wieder nach Theben verlegte, ihre Namen in Tutanchamun und Anchesenamun (nach Thebens Schutzgott Amun) änderten. Weit wichtiger war aber, dass Maja wieder für regelmäßige Steuereinnahmen sorgte und Haremhab mit zahlreichen Feldzügen die Macht Ägyptens bei ihren Nachbarländern wieder herstellte.
  Als Tutanchamun starb wurde einige Jahre Eje und danach längere Zeit Haremhab Pharao. Haremhab bestimmte seinen Wesir als Nachfolger. Dieser hieß Ramses I., begründete die 19. Dynastie und war der Großvater des wohl berühmtesten Pharaos Ramses II. (der Große).
 
  Brier vermutet aufgrund einer auf einer Röntgenaufnahme, dass Tutanchamun ermordet wurde und sucht dann den Mörder in seiner engeren Umgebung. Die Ermordung ist damit ziemlich gut belegt, die Mördersuche ist natürlich eher als Vermutung denn als wissenschaftliche Tatsache anzusehen, was der Autor aber auch deutlich herausstellt. In erster Linie erfährt man in dem Buch aber vieles über das Ende er 18. Dynastie, die nach einer über hundert Jahre dauernden Zeit das Neue Reich (2040-1780 v.Chr.) begründeten.
  "Der Mordfall Tutanchamun" liest sich flüssig und ist für den interessierten Laien geschrieben. Unkompliziert und spannend wird dieser Teil der ägyptischen Geschichte allgemein verständlich erklärt. Leser, die tiefer in die Materie eindringen wollen, oder Historiker werden die für sie vermutlich zu spärlichen Quellenangaben bemängeln. Es ist ein populärwissenschaftliches Buch, und als solches sehr gut gelungen.

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