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China Miéville
Das Gleismeer
(Railsea)

Heyne
2015
Übersetzt von Eva Bauche-Eppers
400 Seiten
ISBN-13: 978-3453315402
€ 13,99


Von Alfred Ohswald am 24.04.2015

  Die bekannte Welt ist von einem dichten Netz aus Gleisen überzogen, auf denen sich die Menschen mit der unterschiedlichsten Art von Zügen bewegen. Der Erdboden ist von zahlreichen, unterirdisch hausenden Monstrositäten bevölkert, die jedes Wesen, das sich darauf hinab wagt, sofort tötet und verzehrt. Riesige Maulwürfe (Moldywarps genannt), sehr große Wiesel oder Eichhörnchen gehören zu dieser Fauna. Die Menschen leben auf Felseninseln, die die unterirdischen Wesen nicht erreichen können. Über den Wolken liegt ein giftiger Brodem, der von außerirdischen Monstern bewohnt wird.
  Der junge Sham hat neu auf einem Moldywarp-Jagdzug angeheuert, dessen Kapitän besessen von einem bestimmten Riesenmaulwurf ist. Als sie auf einen zerstörten Zug stoßen und ihn nach Verwertbaren durchsuchen, findet Sham eine versteckte Kamera. Bei ihrem nächsten Halt bekommt er Gelegenheit, den darin befindlichen Film zu sichten. Unter anderem befindet sich darauf ein Bild von einem einzelnen, in die Weite führenden Gleis. Eine Blasphemie aber gleichzeitig ein reizvolles Geheimnis für den jungen Helden.
 
  „Das Gleismeer“ reicht vielleicht nicht ganz an Miévilles bisheriges Meisterwerk "Perdido Street Station" heran, ist aber ebenso voller ausgefallener, origineller Ideen. Offensichtlich spielt es in ein zukünftigen Erde, der es in der Vergangenheit nicht besonders glücklich getroffen hat. Es ist also Science Fiction, hat aber auch Elemente von Steam Punk und Fantasy. Die erzähle Geschichte selbst ist gar nicht so besonders, am Ende eine recht simple Parabel über unsere kapitalistische Gesellschaft. Auch die literarischen Anspielungen, zuvorderst mit dem Holzhammer auf „Moby Dick“ sind eher durchschnittlich. Das Besondere ist die überaus phantastische Hintergrundwelt, deren Beschreibung immer wieder Spannung und Überraschungen bietet. Darum unbedingt lesenswert!

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