Hauptseite
Rezensionen
Autoren
Themen
Reportagen
Meldungen
Links
Kontakt
Newsletter
Franziska Franke
Sherlock Holmes und das Ungeheuer von Ulmen

KBV
2013
300 Seiten
ISBN-13: 978-3942446907
€ 9,90


Von Klaus Makollus am 13.02.2015

  Doktor Peeters stammt aus Trier und ist ein früherer Klient des Londoner Meisterdetektivs Sherlock Holmes. Peeters sendet Holmes den Brief eines Studienkollegen. Einer alten Legende zufolge muß immer dann, wenn im Eifeldörfchen Ulmen ein schreckliches Ungeheuer aus den Fluten des Maars auftaucht, ein Mensch sterben. So schreibt der örtliche Dorfschullehrer Herbert Becher. Er schwört Stein und Bein, das Monster selbst gesehen zu haben.
  
  Holmes fühlt sich naturgemäß von diesem Rätsel magisch angezogen. Er tritt also die beschwerliche Reise in das karge Mittelgebirge an. Sein Freund David Tristram, den er aus Florenzer Tagen kennt, begleitet ihn. Doch sie kommen zu spät. Der Lehrer Becher ist kurz vor ihrer Ankunft unter mysteriösen Umständen gestorben.
  
  Ein bißchen Hund von Baskerville und ein Hauch von Ungeheuer von Loch Ness sind hier zumindest am Anfang zu spüren. Die düstere, magische Atmosphäre des Originals ist hier aber niemals zu spüren. Dafür entwickelt sich die Handlung zu weit von Original-Holmes weg und wird faktisch zu einer eigenständigen Erzählung. Dartmoor ist eben nicht die Eifel - wie beispielsweise ein Beitrag von Angelika Franz in Spiegel-Online vom 9. Oktober 2009 zeigt.
  
  Der vorliegende Kriminalroman ist ein eigenständiges Werk, die auch Holmes vom Original entfernt. Sein Violin-Spiel kommt hier nicht vor, nicht seine Kokainsucht. Ob Holmes mit seinem Deerstalker-Hut in Deutschland wohl sehr aufgefallen wäre? Abends trägt er in allen Geschichten einen rot-goldenen Morgenrock. So berichtet es die Sekundärliteratur. Auch dies fehlt hier völlig.
  
  Doch genug mit den Kleinigkeiten, mit den Details. Das vorliegende Buch weist auch eine andere Schwäche auf - nämlich Längen, die nichts zu der Handlung beitragen. Der Handlungsstrang in Frankfurt hätte auch deutlich gekürzt werden können.
  
  Franziska Franke wurde in Leipzig geboren. Nach ihrer Schulzeit in Essen, Schwetzingen und Wiesbaden hat sie Kunstgeschichte, Klassische Archäologie und Kunstpädagogik in Mainz und Frankfurt studiert. Sie ist verheiratet, wohnt und lebt in Mainz und ist in der Erwachsenenbildung tätig. Da ist es natürlich naheliegend, daß sie einen Handlungsstrang in Frankfurt ansiedelt. Deutlich mehr Atmosphäre und Ortsbeschreibungen aus der Eifel wären aber schon schön gewesen.
  
  Wollen wir das Buch nicht zu sehr niedermachen. Wer gerne zu unterhaltender Literatur greift, hält hier auf jeden Fall ein gutes Buch in den Händen.

Das Copyright © liegt beim jeweiligen Autor der Kritik. Ohne seine ausdrückliche Zustimmung darf seine Rezension nicht verwendet werden.

Wenn Sie zu diesem Buch auch eine Kritik schreiben wollen, senden Sie diese bitte per eMail. Diese Mail geht an den Betreiber dieser Seite!
Mails an den Autor der Kritik sind nur möglich, wenn dessen Name ein Link ist. Mit dem Link gelangen Sie zum Portrait des Rezensenten, wo meist auch seine eMail-Adresse zu finden ist. Andernfalls ist keine Kontaktaufnahme erwünscht oder möglich.