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Renate Aichinger
wundstill

Laurin
2014
148 Seiten
ISBN-13: 978-3902866202
€ (A) 17,90


Von Rudolf Kraus am 01.01.2015

  Renate Aichinger, gebürtige Salzburgerin und 2014 mit dem Rauriser Förderungspreis ausgezeichnet, legt nach dem Debüt mit einem Erzählband mit „wundstill“ ihren ersten Lyrikband vor. Und es dauert nicht lange, bis man eingestiegen ist in diese Gedichte, die lebendig, zeit(geist)kritisch und in einer klaren Sprache formuliert sind.
  „wire / lessismore“ heißt es am Schluss von „cyber:hell“ (S. 7/8) und schon sind sowohl Gegenwart als auch die Zukunft fassbar und augenfällig. Im Gedicht „glaskugelblick“ (S. 81) trifft sie dann auch eine zukunftsträchtige Entscheidung: „wenn / sie in die zukunft sehen könnte / wär das ja nicht so schwer / mit der entscheidung“.
  Doch bei aller Spitzfindigkeit, den die Autorin an den Tag legt, bleibt sie bei klaren poetischen Stimmungen und Botschaften.
  „schorfschnipsel“ sind abbröckelnde Teile einer Wunde, eingetrocknetes Blut, etwas Einschneidendes, Verletztes und Verletzendes, und die Autorin gewährt dabei einen tiefen Blick ins Innenleben: „gib acht / auf mich / & mich / nicht auf“(S. 133).
  Renate Aichinger mischt hier und da ein paar Teile Sarkasmus mit schwarzem Humor, streut eine Brise Innenleben und Gefühl dazu und kreiert damit einen realen poetischen Cocktail.
  Und egal ob „dieser moment / wenn / alles / wundstill“ (S. 146) sein mag oder „leerzeichen“ eine neue Bedeutung bekommen: „vielleicht muss man nicht immer alles sagen / vielleicht reicht weniger / vielleicht reicht / vielleicht“ (S. 147), es gibt sehr viel zu entdecken in diesen Gedichten.

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