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Franzobel
Wiener Wunder

Zsolnay
2014
222 Seiten
ISBN-13: 978-3552056909
€ (A) 18.40


Von Rudolf Kraus am 01.01.2015

  Franzobel hat nun also einen Kriminalroman geschrieben. Und wer eine Persiflage oder Parodie erwartet hat, liegt vorläufig falsch, denn der Autor hat sich in Wiener Wunder ganz ernsthaft dem Thema Doping im Spitzensport zugewandt, um aber in dem für ihn doch neuen Genre nicht mit Humor und Sticheleien zu sparen.
  Der zentrale Ermittler Kommissar Falt Groschen hat alles, was ein Wiener Kriminalkommissar braucht: Verschrobenheit und Genialität, nicht unbedingt auf den ersten Blick erkennbar.
  Der bekannte 400-Meter-Läufer Edgar Wenninger ist aus dem Fenster einer Wohnung im vierten Stock eines Hauses im 6. Bezirk gestürzt und vieles deutet auf einen Selbstmord hin. Außer einer anonymen E-Mail, die auf einen Mord hinweist, finden sich keine Beweise für einen Mord.
  Kommissar Groschen und seine Kollegen Gordon Zwilling und Martin Zakravsky stoßen bei den Ermittlungen auf ein weitverzweigtes und gut organisiertes Dopinggeflecht, deren Hauptprotagonisten der Dopingdealer „Spritzen-Charly“ Karl Stanek, der Dopingfahnder Hanns Hallux, der Journalist Walter Maria Schmierer, Wenningers attraktive Frau und nunmehr Witwe Marion, sowie deren Geliebter und Wenningers Ex-Trainer Oktavian Tulipan sind.
  Groschen lässt diese Personen in die Tatortwohnung bringen, um ihnen den Spiegel vorzuhalten. Alle hätten Schuld am Tod Edgar Wenningers, nur sei kein Mörder darunter.
  Viele Tatverdächtige und kein Mörder darunter ist gar nicht nach Groschens Geschmack, als ein weiterer möglicher Selbstmord gemeldet wird, der ein unerwartetes Finale einläutet.
  Kurzweilig, unterhaltsam, witzig liest sich das Krimidebüt von Franzobel.
 Man spürt durchgehend das Vergnügen, das der Autor augenscheinlich beim Schreiben hatte. Vielleicht ist die eine oder andere Figur etwas klischeehaft, aber es tut der Unterhaltung keinen Abbruch. Und da keimt die Hoffnung, dass „Wiener Wunder“ kein Einzelfall bleiben mag…

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