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Fritz Schindlecker
Jakob Mustafa
Das Vermächtnis des Chronisten

Haymon
2014
432 Seiten
ISBN-13: 978-3852189581
€ 12,95


Von Alfred Ohswald am 01.08.2014

  Jakob wird im Jahr 1684, einige Jahre nach der zweiten Türkenbelagerung in der Nähe von Wien geboren. Obwohl sein Vater Türke war, wurde er vom örtlichen Priester getauft aber es schlägt ihm auch heftige Abneigung, ja Hass von vielen Dorfbewohnern entgegen. Wegen seiner Abstammung wird er von vielen auch „Mustafa“ genannt, kann aber nicht zuletzt durch den Schutz seines Stiefvaters vielen Angriffen entgehen. Besonders der Dorflehrer zeichnet sich durch einen fanatischen Hass auf den Jungen aus und hetzt bei jeder Gelegenheit gegen ihn. Die Obrigkeit dagegen steht oft auf der Seite Jakobs, weil sein Stiefvater einen besonders guten Ruf als Arbeiter hat und sich bei Fronarbeiten besonders hervorgetan hat.
 
  Von der Handlung und der Erzählweise ist „Jakob Mustafa“ ein gelungener, konventioneller historischer Roman der die beschriebene Epoche ohne Kitsch und Klischees abzubilden versucht. Er einfache, geradezu naiv-kindlich und heidnisch anmutende Glaube unter der einfachen Bevölkerung am Lande wird drastisch beschrieben.
  Ungewöhnlich ist der Schauplatz Niederösterreich, wo die große Weltgeschichte zwar auch ihre Spuren hinterlässt, aber keine entscheidenden Dinge geschehen. Und so geht es in dem Roman auch nicht um wichtige Ereignisse, sondern um individuelle Schicksale abseits wichtiger Persönlichkeiten.
  Ungewöhnlich ist auch, dass die Hauptfigur Jakob nur relativ selten die handelnde Figur ist. Obwohl sich die Handlung meist mehr oder weniger um ihn dreht, agieren vorwiegend andere Protagonisten. Jakob ist meist nur die Projektionsfläche für Hass, Besserwisserei oder Aberglaube.

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