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Massimo Carlotto / Gianrico Carofiglio / Giancarlo De Cataldo
Kokain
(Cocaina)

Folio
2013
Übersetzt von Karin Fleischanderl
173 Seiten
ISBN-13: 978-3852566283
(A) 19,90


Von Rudolf Kraus am 19.07.2014

  Kokain, einst die Modedroge der Neureichen und Erfolgreichen, hat inzwischen längst die Vorstädte und Slums der italienischen Unterschicht erreicht. Natürlich nicht mehr in bester Qualität, sondern mehrfach gestreckt und oftmals mit schwer gesundheitsschädlichen Substanzen versetzt.
  Drei der bekanntesten und interessantesten Krimiautoren Italiens erzählen davon. Auch wenn das Thema beklemmend realistisch ist, so bietet „Kokain“ ein fulminanten Einstieg in das Werk dreier italienischer Krimiautoren, deren Biografien schon den Stoff für einen Kriminalroman liefern könnten: Massimi Carlotto ist einer der erfolgreichsten Autoren Italiens, als Linker zu Unrecht wegen Mordes verurteilt, später begnadigt und heute in Sardinien lebend. Gianrico Carofiglio war als Antimafia-Staatsanwalt tätig, arbeitete als Berater für das Parlament und ist Mitglied des Senats. Und schlussendlich Giancarlo De Cataldo, der als Richter in Rom lebt und etliche Kriminalromane im Mafiamilieu veröffentlicht hat.
  Massimo Carlottos unkonventioneller Commissario Campagna ermittelt bei kleinen Dealern in Padua, stößt auf süchtige Fabrikarbeiter und afrikanische Immigranten, die sich durch das Dealen von Kokain über Wasser halten. Dahinter steckt ein Drogenring der bulgarischen Mafia, dessen Bekämpfung für Campagna eine außerordentliche Herausforderung ist.
  Carofiglia berichtet von einer ehemaligen Spitzensportlerin, die als Antidrogen-Polizistin im Einsatz war und ihre Karriere durch eine von Sex und Drogen gekennzeichnete Beziehung einbüßte.
  De Cataldos „Schneereigen“ erzählt von mexikanischen Drogenkartellen, peruanischen Kokaplantagen und dem Zusammenspiel von Mailänder Hochfinanz und kalabresischer Mafia (’Ndrangheta). De Cataldo erzählt auch von Hintergründen, sozialen Missständen und komplizierten Strukturen, nicht nur aus der Hochfinanz.
 Packend erzählte Crime Stories mit Sozialkritik und beinhartem Realismus.

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