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Thomas Riegler
Im Fadenkreuz
Österreich und der Nahostterrorismus 1973 bis 1985

V&R unipress
2010
520 Seiten
ISBN-13: 978-3899716726
€ 69,99


Von Alfred Ohswald am 04.07.2014

  Thomas Riegler hat sich schon früher mit dem Terrorismus beschäftigt, „Im Fadenkreuz: Österreich und der Nahostterrorismus 1973 bis 1985“ ist sein zur Zeit aktuellstes Buch, in dem er mit einem bestimmten Bereich und Zeitraum ausführlich behandelt. In diesem Bereich ist es sicher die ausführlichste Studie.
  Es werden die Terroranschläge auf des Zwischenlager für aus der Sowjetunion ausreisende Juden in Marchegg, der Anschlag auf die OPEC-Konferenz in Wien, der Mord an Stadtrat Nittel, der Anschlag auf die jüdische Synagoge, auf den El Al-Schalter am Schwechater Flughafen und schließlich der aufgeflogene Waffenschmuggel ebenfalls am Schwechater Flughafen recht ausführlich beschrieben und interpretiert. In kurzen Kapiteln am Ende werden noch die Kurdenmorde in Wien, der Fall des syrischen Botschafters Sammak und die Terrormillionen Abu Nidals abgehandelt.
  Als aktuellste Erkenntnis ist der Deal mit der abu-Nidal-Gruppe nach dem Anschlag am Flughafen in dem Buch zu finden, der bisher nur als Gerücht im Raum stand.s Generell wird die Politik Kreiskys, mit Terroristen zu verhandeln, um möglichst wenig Opfer beklagen zu müssen, intensiv aus allen Blickwinkeln bewertet. Diese Politik hatte offensichtlich ihre Erfolge und wurde ja auch oft von anderen Ländern angewendet, aber ebenso oft zeigte sie auch keinerlei Wirkung. Besonders, wenn Staaten die Terroristen unterstützten oder gar insgeheim lenkten. So nutzen Kreiskys gute Kontakte zu Gaddafi nichts bei Versuch, den Anschlag am Schwechater Flughafen zu vereiteln.
  Generell war Österreich oft extrem zurückhaltend bei der Verfolgung von Terroristen, um möglichst zu verhindern, dass welche in österreichischen Gefängnissen landeten und Freipressversuche ihrer Organisationen provozierten.
  Kurz: Wer sich für das Thema umfassend interessiert, liegt mit diesem Buch goldrichtig. Obwohl es durchaus wissenschaftlichen Ansprüchen genügt, ist es einigermaßen leichtlesbar. Nur der Preis schreckt etwas ab.

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