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Friedrich Ani
M
Ein Tabor-Süden-Roman

Droemer
2013
364 Seiten
ISBN-13: 978-3426199534
€ 19,99


Von Rudolf Kraus am 20.06.2014

  Tabor Süden ermittelt wieder. Zum neunzehnten Mal. Die Müdigkeit des schweigsamen Ermittlers, der gnadenlos der Mitte 50 näherkommt, hat zugenommen, aber nach wie vor lässt er alles wirken und eben auf sich wirken. Und sich nicht aus der Ruhe bringen, auch wenn es einmal dunkel in ihm wird.
  Er ist unterwegs in München, seiner Welt, die er hervorragend kennt. Doch in diesem Fall muss er tief in den rechtsextremen Sumpf eintauchen, um Dinge ans Tageslicht zu bringen.
  Die Journalistin Mia Bischof erteilt der Detektei Liebergesell den Auftrag, ihren Geliebten zu suchen. Für diese Detektei, die aus der Chefin Edith Liebergesell, die um ihren vor Jahren entführten und ermordeten Sohn Ingmar trauert, sowie der Rentner Leo Kreutzer und aus Patrizia Roos besteht, arbeitet Süden. Ein gutes, eingespieltes Team, das es allerdings mit gewaltbereiten Neonazis zu tun bekommt. Kreutzer verstirbt nach einer brutalen Schlägerattacke und Patrizia überlebt nur durch Zufall einen Mordanschlag.
  Bald kommt heraus, dass Mia Bischof, die blonde Zöpfe trägt, zur rechtsextremen Szene gehört und beim Überfall an Leo Kreutzer ihre Finger im Spiel hatte, und der gesuchte Geliebte ein verdeckter Ermittler ist.
  Sie hat als Journalistin ein Netzwerk aufgebaut und unterwandert systematisch Kindergruppen, Frauenvereine und Sportklubs mit rechtem Gedankengut. Die Polizei reagiert mit gewisser Ohnmacht auf dieses Phänomen und Problem, offenbar wurde in der Ermittlung gepfuscht oder es wurde bewusst verschlampt. Wäre nicht Tabor Süden, der schlussendlich den Fall lösen kann, auch wenn dabei einige Personen zu Schaden kommen. M mag für München stehen, für V-Männer oder irgendwelche Codes.
  Aber gerade das ist nur ein Stück vom Ganzen in dieser pur realistischen Geschichte, die in anderer Form leider schon absolute Realität geworden ist. Es braucht Aufrüttler wie Friedrich Ani, die sich dieses Themas annehmen und es in die Öffentlichkeit tragen. Dazu ist ein Kriminalroman – und warten wir ab, ob nicht auch ein Fernsehfilm daraus wird – bestens geeignet. Und nicht erst, seitdem wir wissen, dass die Zahl 28 auf selbst gestrickten Pullis für die Buchstaben B und H (Blood & Honour) stehen.

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