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Matthias Weik / Marc Friedrich
Der Crash ist die Lösung
Warum der finale Kollaps kommt und wie Sie Ihr Vermögen retten

Eichborn
2014
384 Seiten
ISBN-13: 978-3847905547
€ 19,99


Von Alfred Ohswald am 08.06.2014

  Noch ein kritisches Buch zur Finanzkrise, dass vor dem großen (oder einen weiteren) Crash warnt? Ja. Aber mit reichlich handfesten Zahlenmaterial und Fakten unterlegt. Zuerst kommen die Banken ihr Fett weg, wobei hier auch nicht ganz unberechtigt die kleineren Spar- und Raiffeisenkassen nicht verschont werden. Lohnenswerterweise wird dabei nicht nur die schon unzählige Male beschriebene Finanzkrise erneut aufgearbeitet, sondern auch besonders deutlich die Manipulationen des Libor und ähnlicher Leitzinssätze.
  Danach kommt ein Kapitel über die hohen, öffentlichen Verschuldungen der Staaten international, in Europa und natürlich die Euro-Problematik. Hier wird auch die Vermögensverteilung zwischen Armen und Reichen thematisiert.
  Viel Raum wird der Situation einzelner Länder eingeräumt. Zuerst den Europäern Frankreich, Großbritannien, Italien, Spanien, Niederlande, Griechenland und Zypern (aber nicht Portugal und Irland!), dann kommen noch die „großen Drei“ USA, China und Japan.
 
  Im nächsten Abschnitt wagen sich die Autoren an Anlagetipps. Allerdings nach den die ganze Zeit prophezeiten Krisenszenarien konsequenterweise keine Ratschläge zu lukrativen Erträgen, sondern zu Strategien, um das vorhandene Vermögen zumindest einigermaßen nicht weitgehend zu verlieren. Gold und Silber, Beteiligungen oder Kauf von alternativen Energieanlagen und lokalen Berieben, Land sind neben – überraschenderweise – Crowfunding – die wichtigsten Empfehlungen. Wenn es auch da natürlich Einschränkungen gibt.
 
  Im letzten Abschnitt gibt es einige Denkansätze zur Lösung oder Minderung der derzeitigen Krisengefahr durch das anfällige Finanzsystem. Dabei kommen so verschiedene Vorschläge, wie Regionalwährungen oder „Vollgeld“ zur Sprache. Wobei Ersteres schon häufig und oft auch erfolgreich Verwendung findet und letzteres nur unter extremen Umständen vorstellbar wäre. Allerdings ist ein Totalchrash unseres jetzigen Finanzsystems auch der Losungsvorschlag der Autoren…
 
  Natürlich ist es ein populärwissenschaftliches Buch und eine Streitschrift, was sowohl den an manchen Stellen etwas polemischen als auch auf Verständlichkeit konzentrierten Stil erklärt. Ob ein Buch über unser Finanzwesen unbedingt mit ohnehin recht zurückhaltend eingesetzten Cartoons aufgelockert werden soll oder muss, ist sich Geschmacksfrage. Recht hilfreich sind dagegen eindeutig die anderen Grafiken, meist Charts, die Zahlenangaben verdeutlichen helfen. Zumindest stören sie auch jene Leser wohl kaum, die sie weitgehend ignorieren und der Rest hat bei der ja nicht unbedingt immer unterhaltsamen Materie auch Mal was zum Schmunzeln.

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