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Marcus Hammerschmitt
Target

Suhrkamp
1998
121 Seiten
DM 12,90


Von Alfred Ohswald am 13.07.2000

  Der Planet Target dient nach einem gescheiterten Besiedlungsversuch als militärisches Übungsgebiet. Nur ein riesiger Wald mit einem riesigen Kraterloch in der Mitte stellt noch ein Rätsel dar.
  Eine wissenschaftliche Expedition soll ihn erforschen. Doch von Anfang an geht einiges schief. Das Raumschiff stößt bis zum wassergefüllten Grund vor und die Mannschaft muß feststellen, daß sie keine Funkverbindung nach außen mehr hat. Sie beschließen, an den Innenwänden empor hinaus zu klettern. Mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln scheint das auch kein unüberwindliches Problem darzustellen, weil auch das Schiff noch zu ihrer Verfügung steht. Doch es tauchen immer seltsamere und gefährlichere Lebewesen auf und auch die Spannungen in der Gruppe steigen. Als ihr Schiff einem Angriff solcher Lebewesen zum Opfer fällt, gerät die Situation ziemlich außer Kontrolle.
  Ein Mannschaftsmitglied ist ein Roboter, und er erzählt als einziger Überlebender allein auf dem Planeten gestrandet die Geschichte der Expedition.
 
  Hammerschmitts Science Fiction-Erzählung erinnert manchmal stark an Lems "Solaris". Vor allem die völlig fremdartige und unergründliche Lebensform und die prägnanten, ausführlich geschilderten Charaktere haben die beiden Romane gemeinsam. "Target" ist aber sicher keine plumpe Kopie. Wer komplexe, intelligente Science Fiction mag, wird mit diesem Buch gut bedient.

Von Patrick Borer am 26.11.2000

  Gerade gelesen. Ist in der hübschen 7baendigen 'Phantastische Bibliothek'-Kassette (ISBN 3-518-06579-3, enthält außerdem u.a. Lem: Robotermärchen, Strugatzki: Picknick am Wegesrand) enthalten.
  Erstmals erschienen 1998, könnte aber genausogut irgendwann in den 70ern oder 60ern geschrieben worden sein - was übrigens ganz und gar nicht gegen das Buch spricht, das ist klassische, 'zeitlose' SF.
 
 
  Eine wissenschaftliche Expedition, die auf dem unerforschten Planeten Target einen fremdartigen 'Wald' erkunden soll, sieht sich zunehmend mit unlösbaren Rätseln konfrontiert. Die inneren Spannungen in der Gruppe, der Widerstand des 'Waldes' und die Inkompetenz des Kommandanten treiben die Geschehnisse in die
 Katastrophe.
 

 
  Na? Spontane Assoziation? Genau. Lem. Und tatsächlich hat das Buch was von 'Eden' und dem 'Unbesiegbaren', auch von Solaris. Der Mensch, kapitulierend vor unbegreiflichem Leben, von dem er noch nicht mal sicher sagen kann, ob es Intelligenz besitzt.
 
  'Target' vermochte mich allerdings nicht so zu fesseln wie eines dieser Lemschen Werke. Man weiß auch von Anfang an um den Misserfolg der Expedition (Erzähler ist eine sog. VED, eine Art denkender Mehrzweckroboter, der auf Target neben der Leiche eines der Forscher liegt und auf das Nachlassen seiner - des VEDs - 'Nuklearzellen' wartet), es fehlt etwas an Überraschungen - trotz dramatischer Ereignisse, Konflikten, Tod und Verderben 'plätschert' der Roman ein wenig vor sich hin. Jemandem, der alles von Lem kennt und einfach nicht genug von der Richtung bekommt, kann ich 'Target' durchaus empfehlen. Es liest sich ziemlich angenehm und hat mich nicht direkt gelangweilt.
  Weder innovativ noch spannend, aber intelligent und lesbar.

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