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Vegan in Wien

Verlag Holzbaum
2014
127 Seiten
ISBN-13: 978-3950350876
€ 9,99


Von Christel Schweitzer am 01.04.2014

  Das vorliegende kleine grüne Büchlein, das man problemlos in eine Frauenhandtasche stecken kann, ist keine theoretische Abhandlung über die Philosophie des Veganismus oder darüber warum dies ein alternatives Lebenskonzept darstellen könnte. Dieses Büchlein belehrt nicht, bewertet nicht, bekehrt nicht, es ist „NUR“ ein Ratgeber. Das Konzept hinter diesem kleinen, übersichtlich gestalteten Büchlein scheint zu sein: Learning by Doing, d.h. im Vordergrund steht die Realisierung dieser Lebenseinstellung in Wien, so etwas wie eine Machbarkeitsstudie im Kleinformat.
 
  Langsam aber sicher steigt der Bekanntheitsgrad alternativer Ernährungs- und Lebensformen auch in Österreich. Vegetarier werden nicht mehr gar so scheel angesehen wie noch vor 10 Jahren, Veganer nicht unisono als „Körndlfresser“ verunglimpft.
 
  Inhaltlich ist der Ratgeber in 11 Kapitel gegliedert, wobei das Vorwort Wien als „Metropole des veganen Lebensstils“ bezeichnet. Als ich vor 24 Jahren die Entscheidung traf Lacto-Ovo-Vegetarier zu werden und es seitdem zu sein nicht bereut habe, war die Vorstellung von Wien als „Metropole des veganen Lebensstils“ bestenfalls utopisch zu nennen.
  Im Kapitel „Warum vegan?“ werden überblicksmäßig die Grundlagen des Veganismus vorgestellt und erläutert: Ethik, Religion, Gesundheit und Nachhaltigkeit. Veganismus ist nämlich nicht nur einfach Verzicht auf tierische Produkte, sondern eine grundlegende Lebenseinstellung, die die Ernährung ebenso betrifft, wie die Wahl der richtigen Bekleidung.
  „Vegan im Alltag“ führt durch den Dschungel der Bio Gütesiegel und stellt uns Hanf als alternative Rohstoffquelle vor, die vielfältige Weiterverarbeitung, ob Lebensmittel oder Bekleidung, und vielseitige Verwendung ermöglicht.
  Die Auseinandersetzung mit den Themen „Vegane Ernährung“ stellt die Frage nach dem Gesundheitsaspekt veganer Ernährung und gibt praktische Tipps.
  Die nächsten Kapitel stellen Geschäfte, Restaurants, Bioläden, Reformhäuser etc. vor und geben (und das macht den richtig guten Ratgeber aus) vollständige Adressen, Telefonnummern und Webseiten an.
  So haben wir auf Anraten des grünen Büchleins das Restaurant „yamm!“ besucht und waren begeistert: die Essensauswahl ist/war vielfältig, die Atmosphäre modern, luftig, angenehm und die Art der Bezahlung (nach Gewicht der konsumierten Speisen) interessant, weil ehrlich.
  Der „Shopping Guide“ ist dann das letzte Kapitel, indem dem geneigten Leser Möglichkeiten vegan nachhaltiger Mode, Kosmetik etc. aufgezeigt werden.
 
  Der kleine, feine Ratgeber zeigt ganz deutlich: wenn die Umsetzung des Gedankens einer ressourcen-, klima-, und tierschonenden Lebensführung, wie es z.B. die vegane ist, scheitert, dann nicht am Mangel an entsprechenden Angeboten.
 
  Ich selbst bin, wie erwähnt, seit 24 Jahren Vegetarier und werde es bleiben, genauso wie Omnivoren nicht plötzlich auf das Sonntagsschnitzel verzichten müssen…sich aber mit dem lebensbejahenden Grundkonzept des Veganismus auseinanderzusetzen und ein wenig zu experimentieren, schadet keinem von uns.
 
  „Die Menschen gehen lieber zu Grunde, als dass sie ihre Gewohnheiten ändern.
 (Leo Tolstoi, 1828-1910)“

Von Alemanno Partenopeo am 07.11.2015

  Vegan leben ist längst nicht mehr nur ein Schlagwort, sondern längst auch zu einem ganz eigenen, bestimmten Lebensstil geworden. Gerade in Wien lässt sich dieser Lebensstil auch immer mehr in der Öffentlichkeit leben, denn eine Vielzahl an Lokalen, Lebensmittelgeschäften und Kosmetikläden schießen längst wie bunte Pilze aus dem asphaltgetränkten Boden des Großstadtdschungels. Das vorliegende Brevier im praktischen Taschenformat gibt aber nicht nur Tipps wo man dies alles in Wien findet, sondern bietet auch eine Einführung in den veganen Lebensstil und wie man im Alltag damit (über)leben kann.
  Oft werden gerade für den kleinen Hunger zwischendurch kaum vegane Produkte angeboten und so ist man als Veganer/in oft darauf angewiesen, sich selbst seine Jause zu Hause vorzubereiten und immer mit sich zu schleppen. Der Stadtbekannt Wien/Vegan in Wien Führer hilft nun in genau solchen Fällen weiter, er weiß aber auch, dass man sich veganes Essen längst nach Hause liefern lassen kann. Vegan zu leben bedeutet eben nicht, auf Genuss verzichten zu müssen, sondern potenziert durch eine nachhaltige Lebensweise das Genießen als gesunden Lebensstil für eine friedliche und intakte Umwelt.
  Vorbehalte gegen veganes Leben werden besonders angesichts der Mangelernährung gemacht, doch langfristig kann eine ausgewogene pflanzliche Ernährung sehr viel vitamin- und ballaststoffreicher und damit gesünder sein, da sie Zivilisationskrankheiten wie Diabetes oder Fettleibigkeit vorbeugt. Vegan sein ist aber keine Diät. Wer vegan lebt entscheidet sich bewusst für einen anderen Lebensstil, in dem er auf Materialien wie Leder, Daunen, Seider oder Wolle - und vielleicht auch einen Zoobesuch - verzichtet. Längst gibt es auch ein „V“-Gütesiegel, allerdings steht hier das V für vegetarisch und nicht vegan, viele Produkte sind aber beides und vor allem unterliegen sie alle der Qualitätssicherung der Veganen Gesellschaft Österreichs.
  Neben einem alphabetischen Register der meisten veganen Läden Wiens und einer kurzen Beschreibung enthält diese Publikation des Holzbaum Verlages also wertvolle Tipps für einen veganen Lebensstil und wer sich noch nicht ganz drüber traut, der wird das Brevier auch für seine biologisch produzierten Lebensmittelherstellerhinweise lieben. Ein bewussterer Umgang mit unserer Umwelt im Sinne von Nachhaltigkeit kann ja auch mit vorerst kleinen Schritten beginnen.

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