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Thomas Finn
Der Funke des Chronos

Piper
2008
416 Seiten
ISBN-13: 978-3492266512
€ 9,99


Von Alfred Ohswald am 28.03.2014

  Der junge Waise und Medizinstudent Tobias in Hamburg wird an eine ihm unbekannte Adresse bestellt, trifft dort einen seltsamen, alten Mann und gerät in einen Streit mit zwei Toten. Und dann wird er mit einer dort stehenden Maschine 150 Jahre ins Jahr 1842 zurückversetzt. Auch dort gerät er sofort in einen Mordfall einer Mordserie.
  Bei der Auseinandersetzung mit dem unheimlichen Mörder bekommt er eine kräftig über den Kopf und wird von einer wohlhabenden Familie unter ihre Fittiche genommen. Allerdings ist ihm die Zeitmaschine bei all den turbulenten Ereignissen abhaben gekommen und er muss sich deshalb unbedingt auf die Suche machen. Dabei ist nicht nur der Mörder hinderlich sondern auch der ermittelnde Polizeiaktuar Kettenburg, der bereits bezüglich des Lügenkonstrukts Tobias’ Lunte gerochen hat.
  Bei der Suche nach der Zeitmaschine stellt sich der Held aber nicht immer sonderlich gewieft an, erkennt er es doch nicht, wenn über sie bei einem Gespräch geredet wird, das er belauscht.
 
  Ein recht sympathischer Zeitreiseroman zurück ins noch zersplitterte Deutschland mitten in der industriellen Revolution und am Vorabend der revolutionären Ausbrüche. Die Zeitmaschine selbst ist mit ihrer Beschreibung eine recht an Hommage an die des Zeitreisenden in H.G. Wells Klassiker.
  Die Charaktere sind meist routiniert aber nicht sonderlich originell beschreiben. Die Bösen sehen fast immer auch nicht sonderlich einnehmend aus. Zur Not müssen eben besonders fiese Gesichtsausdrucke herhalten.
  Allerdings nicht immer ganz sauber recherchiert, wie etwa das Beispiel der erwähnten Briefmarken zeigt. Solche gab es 1842 zumindest in Deutschland noch nicht, erschien der „Schwarze Einser“ doch erst kurz darauf am 1. November 1849 im Königreich Bayern. Oder wenn Thot als der mit dem griechischen Chronos vergleichbarer altägyptischer Gott bezeichnet wird. Thot mag zwar im weiten Sinn auch Gott der Zeit gewesen sein aber war auch für zahlreiche andere Bereiche zuständig und auch nicht Vater des Amun (vergl. griech. Zeus). Aber derartige Details sind andererseits auch kein Drama. Allerdings meint er auch im Nachwort, dass Zeitreisen zumindest rein theoretisch nach heutigen Kenntnisstand irgendwie möglich sein könnten. Das ist falsch, zumindest was Reisen in die Vergangenheit betrifft. Dass bei genügend Geschwindigkeit die Zeit schneller vergeht, dürfe ja bekannt sein, also sind Reisen in die Zukunft bis zu einem bestimmten Grad und mit dem richtigen Zeitaufwand zumindest theoretisch möglich. Rückkehr in die ursprüngliche Zeit dann allerdings wiederum nicht.
  Und wenn schon ägyptische Mythologie, der Stein der Weisen, Freumaurer usw. eine geheimnisvolle Rolle spielen, darf natürlich auch ein bei Mystery-Thrillern geradezu klassisches Rätsel aus der Architektur nicht fehlen.
  Manche Dialoge sind in ziemlich deftigen plattdeutschen Dialekt geschrieben und für darin Unbedarfte nicht gerade leicht zu entziffern. Gehört Plattdeutsch ja nicht unbedingt zu den leicht verständlichen Dialekten des deutschsprachigen Raums. Aber mit etwas Mühe versteht man es meist im Kontext der Handlung und der normalen Dialoge.

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