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Bettina Rath
Momente des Erinnerns
Zeitzeugen erzählen von früher

2013
128 Seiten
ISBN-13: 978-3866141773
€ 12,90


Von Klaus Makollus am 13.03.2014

  Die Demenz ist eine Erkrankung des Gehirns. Sie führt zu Defiziten in den kognitiven, emotionalen und sozialen Fähigkeiten. Vor allem ist das Kurzzeitgedächtnis, das Denkvermögen, die Sprache und die Motorik, bei einigen Formen auch die Persönlichkeitsstruktur betroffen.
 
  Der Alltag der betroffenen Menschen ist häufig vom Sinnverlust und innerer Leere geprägt. Es ist oft schwierig, Gesprächsinhalte mit ihnen zu finden. Bei den Betreuern kann leicht eine große Hilflosigkeit daraus entstehen.
 
  „Gelingt es, die durchaus noch vorhandenen, positiven Erinnerungen aus dem Langzeitgedächtnis wachzurufen, kann ein ungeahnt breites Spektrum von Erfahrungen aus der Lebensgeschichte der Demenzkranken hervorgerufen werden. Es können Gefühle von Glück, Zufriedenheit und Stolz auf die eigene Lebensleistung auftauchen. So kann einem schleichenden Identitätsverlust entgegengewirkt werden,“ berichtet die Psychologin Bettina Rath.
 
  Um den gewünschten Effekt zu erzielen, müssen die Texte bestimmte Merkmale aufweisen. Es erscheint ideal, wenn sie von der Kinder- und Jugendzeit der heutigen Senioren erzählen. Erinnerungen an die Überlebensstrategien, die in der schwierigen Zeit im und nach dem 2. Weltkrieg wichtig waren, sind zumeist noch im Langzeitgedächtnis der alten Menschen gegenwärtig.
 
  Diese Strategie ist in Band 1 gut sichtbar. „Dorfgeschichten“, „Schulgeschichten“ und „Aus der Nachkriegszeit“ heißen die Kapitel, zu denen die Geschichten zusammengefaßt sind. Sie sind sehr lebendig und persönlich in der „Ich-Form“ geschrieben. Die Geschichten stammen aus dem privaten Umfeld der jeweiligen Autoren und könnten so vielen Menschen passiert sein.
 
  Die Texte sind mehr als zwanzig Sammelbänden der Zeitzeugen-Reihe „Zeitgut“ entnommen und schon erfolgreich in der praktischen Arbeit bei der betreuenden Altenpflege eingesetzt worden.
 
  Bettina Rath wurde 1946 in Glehn am Niederrhein geboren. Ihr Studium der Psychologie (ab 1968) schloß sie mit dem Diplom ab. 1973 bis 1985 über sie eine Lehrtätigkeit für Berufe im Gesundheitswesen am Berufsfortbildungwerk des DGB aus. Es folgen eine Ausbildung zur diplomierten Altenpflegerin sowie berufliche Tätigkeiten als Leiterin eines Altenpflegeheims der Arbeiterwohlfahrt (1987 – 1989), Leiterin einer Beratungsstelle des Diakonisches Werkes für ältere, behinderte und kranke Menschen (bis 1999) und als gesetzliche Betreuerin im Diakonischen Werk Wetzlar (seit 1999). Eine umfangreiche ehrenamtliche Tätigkeit im Gesundheitswesen kommt hinzu. Hier schreibt eindeutig jemand vom Fach.
 
  „Mit dem 20. Jahrhundert ist eine dramatische Periode zu Ende gegangen. Nun gilt es, ihre Spuren zu sichern. Bereits seit 1997 sammelt der Berliner Zeitgut-Verlag für seine Buchreihe ZEITGUT Erinnerungen von Menschen wie Du und ich. Bevorzugt werden episodenhafte, lebendige Erinnerungen aus dem Alltag mit zeitgeschichtlichem Bezug. Da der Verlag die Texte bei Bedarf lektoriert, können sich auch schriftstellerische Laien beteiligen.
 
  Idee und Konzept der Reihe ZEITGUT haben der Berliner Publizist Jürgen Kleindienst und die Lektorin Ingrid Hantke in intensiver Auseinandersetzung mit Alltags-Erinnerungsliteratur entwickelt. Die Erinnerungs-Reihe ist in ihrer Art und in seinem Umfang einzeigartig,“ stellt sich der Verlag selbst vor.

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