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Sylvia Plath
Drawings

Faber & Faber
2013
72 Seiten
ISBN-13: 978-0571295210
€ 14,95


Von Volker Frick am 04.02.2014

  Ein klein-fein Buch, herausgegeben und mit einer kurzen Einführung versehen von Frieda Hughes, der Tochter von Sylvia Plath und Ted Hughes, selbst bildende Künstlerin, gefolgt von einem unveröffentlichten Brief von Plath an Hughes vom 7. Oktober 1956, der 12 Tage vor Erscheinen dieser 72-seitigen Publikation erstmalig am 24. August 2013 in 'The Times Magazine' abgedruckt wurde, und zwei weiteren, bereits publizierten Briefen von Plath an ihre Mutter. Nicht zu vergessen einen Tagebucheintrag vom 21. August 1957.
  Den Zeichnungen aus England, Frankreich, Spanien, und den USA, die überwiegend bereits 2011 in der Ausstellung „Sylvia Plath: Her Drawings“ in der Mayor Gallery, Cork Street, London, zu sehen waren, und in den Jahren 1955 bis 1957 entstanden, folgt eine timeline des Lebens der erst posthum gewürdigten grossen Dichterin, die, gerade mal dreissig Jahre alt, im Februar 1963 ins Gas ging, und der 1982 für die im Jahr zuvor veröffentlichten „Collected Poems“ der Pulitzer Preis für Lyrik zuerkannt wurde. Am Ende des Bandes findet sich eine Bibliografie ihrer literarischen Werke.
  Solcherart eine wahrhaft stimmige Publikation. Zeichnungen von Sylvia Plath. Ihre Fähigkeit nach Vivisektion eine Vision der Realität auf das Papier zu bannen, die dermaßen klar und ausgeglichen in ihrer internen Spannung vibriert, erstaunt nicht wenig. Andererseits gibt es Gedichte wie 'Gespräche zwischen den Ruinen' oder 'Die beunruhigenden Musen' (ersteres in dem Band „Liebesgedichte“ (2009) – eine Auswahl aus den „Collected Poems“ –, letzteres in dem Band „Der Koloss“ (2013) abgedruckt), beide getitelt nach gleichnamigen Gemälden von Giorgio de Chirico. Klee und Rousseau nicht zu vergessen. In dem Gedicht 'Zeichnen' von Ted Hughes in den „Birthday Letters“ (1998) heisst es: „Sie standen Schlange, um deine Zeichnung zu loben. / Du zeichnetest verbissen weiter, banntest Details, / Bis du die ganze Szene im Bild eingefangen hattest.“ Die letzten Zeilen in seinem Gedicht 'Dein Paris', ebenfalls aus dem Band „Birthday Letters“, lauten: „wie du dich selbst / Mit deiner Droge – deinem Zeichnen – beruhigtest, wie durch eine Berührung, / Dächer, ein Verkehrspfeiler, eine Flasche, mich.“
  In dem abgedruckten Brief an ihren Mann schreibt Sylvia Plath „ it gives me such a sense of peace to draw; more than prayer, walks, anything. I can close myself completely in the line, lose myself in it“. Das ist mehr als nur einen Blick wert.

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