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Ödön von Horváth
Jugend ohne Gott

Suhrkamp
2008
148 Seiten
ISBN-13: 978-3518460191
€ 5,-


Von Alfred Ohswald am 11.01.2014

  Ein Lehrer wird während der Nazi-Zeit von seinen Schülern verachtet und unter Druck gesetzt, weil manchmal seine humanistische Einstellung bemerkbar wird. Auch manche Eltern bedrohen ihn und der Schuldirektor rät zur Zurückhaltung.
  Bei einem mehrtägigen Zeltlager zur militärischen Vorausbildung der Schüler kommt es zu Streit, einem geheimnisvollen Diebstahl und schließlich zu einem Mord. Zuerst wird ein obdachloses Mädchen verdächtigt, das in der Nähe herumstreunte, dann gesteht ein Schüler. Ein Geständnis des Lehrers bei der Gerichtsverhandlung, dass er das Tagebuch des vermeintlichen Mörders gelesen hatte, ändert wieder alles.
 
  Horvárt beschreibt eindringlich die Gefährlichkeit und Bösartigkeit einer indoktrinierten Jugend, der Macht über ihre Erziehungsberechtigten gegeben wurde. Diese Jugend wird von ihm mit wenigen Ausnahmen als extrem kaltblütig und gewissenlos beschrieben. Den Gegenpol bildet der Humanist mit seinen Zweifeln gezeigt, der hier durch Gott sein Glück und seine Erfüllung findet, obwohl er Anfangs überzeugter Atheist ist. In diesem Fall wird also die Rückbesinnung auf die „gute alte Zeit“ mit ihrer Gottgläubigkeit der üblen, neuen Zeit mit ihrer Nazi-Ideologie als positive Alternative gegenübergestellt.
  Der Erzählstil ist knapp und schnörkellos. Kurze Sätze und Kapitel und ebenso eine einfache Sprache herrschen vor. Was besonders bei den häufigen, inneren Monologen ein eher ungewöhnliches Stilmittel ist, geraten dabei sonst viele Autoren gerne ins Ausschweifen.

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