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Samantha Shannon
Die Träumerin
The Bone Season

Bloomsbury
2013
Übersetzt von Charlotte Lungstrass-Kapfer
608 Seiten
ISBN-13: 978-3827011718
€ 16,99


Von Alfred Ohswald am 20.12.2013

  Der Erstling der jungen Autorin ist eine Mischung aus Dystrophie und Alternativgeschichte. Im Jahr 1859 tauchten fremde Lebewesen in London auf und schlossen einen Pakt mit den Machthabern. Es wurde ihnen die Errichtung einer Art Enklave an einem geheimen Ort erlaubt, wo sie eine monströse Bedrohung für die Menschheit bekämpften. Als Gegenleistung bekommen sie alle zehr Jahre sämtliche Menschen mit übersinnlichen Fähigkeiten, die in dieser Zeit gefangen genommen werden konnten. Diese müssen ihnen dann als Sklaven dienen. Manche bringen es auch zu einer Art Soldaten, die gegen die seltsamen Monster kämpfen müssen und die anderen Sklaven beaufsichtigen. Woher diese übermenschlichen Wesen stammen, erfährt man zumindest in diesem ersten Teil noch nicht.
  In dieser Welt gerät die Heldin Paige gleich am Anfang im Laufe einer dieser „Knochenernten“ in die Fänge dieser fast gottgleichen, unsterblichen und fast unzerstörbaren Wesen und versucht ab diesem Zeitpunkt aus der Enklave zu entkommen. Sie muss eine Ausbildung und einige Prüfungen absolvieren, um ihren künftigen Rang festzustellen. Dabei wird sie von einem dieser Wesen, die wie Menschen aussehen aber keine sind, ausgebildet.
 
  Recht gut gelungen ist die wirklich komplexe Hintergrundwelt. Dagegen ist die Heldin etwas gewöhnungsbedürftig. So ist nicht ganz nachvollziehbar, warum sie zu ihrem als recht unangenehme Type beschriebenen Chef ihrer Gang in London lange mit bemerkenswerter Loyalität steht, während sie dem „Wächter“ bzw. „Blutgefährten“ ewig lange misstraut.
  Obwohl man der Autorin kein Abkupfern bei erfolgreichen Vorgängern und Vorgängerinnen vorwerfen sollte, da gibt es zahllose, weit extremere Beispiele, erinnern manche Aspekte doch an berühmte Jugendbücher. Nur recht wenig an Rowlings Harry Poter, im Verhältnis magisch (hier übersinnlich) Begabter und normalen Menschen. Werden sie bei Rowling „Muggels“ genannt, so heißen sie bei Shannon „Amaurotiker“. Die Beziehung zum „Wächter“ erinnert wieder an die modernen Vampirromane, in den diese zu keuschen Liebhabern verkommen sind. Überhaupt wird die Motivation des „Wächters“ und seiner Kumpane, sich gegen ihre Artgenossen zu wenden, nicht wirklich klar.
  Von der archaisch angehauchten Hintergrundwelt in der nahen Zukunft erinnert wieder einiges an „Die Tribute von Panem“. Allerdings ist die von der Realität unterschiedlich verlaufene Geschichte wiederum etwas völlig anderes. Insgesamt ist der Roman auf jeden Fall völlig eigenständig und auch etwas „erwachsener“ als die durchschnittlichen Jugendromane.

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