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Hans Magenschab
Der Große Krieg: Österreich im Ersten Weltkrieg 1914-1918
Der Weg in den Untergang - Die Katastrophe im Osten - Der Krieg im Gebirge - Das Ende der Monarchie

Tyrolia
2013
255 Seiten
ISBN-13: 978-3702232993
€ 39,95


Von Alfred Ohswald am 01.11.2013

  Hans Magenschabs „Der Große Krieg“ ist neben Manfred Rauchensteiners „Der Erste Weltkrieg“ das zweite Buch das diese Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts anlässlich des hundertsten Jahrestages umfassend aus österreichischer Sicht beschreibt. Und die beiden Bücher unterscheiden sich in mehreren Punkten mehr oder weniger beträchtlich.
  Wo Rauchensteiner sich Bilder praktisch komplett spart, gibt es beim etwas großformatigeren Buch Magenschabs reichlich Bilder. Wo Rauchensteiner sehr ausführlich und sachlich-trocken schreibt, merkt man bei Magenschab einen deutlich flotter aber auch faktenärmeren journalistischen Stil. So würde etwa der Vergleich der Weltsichten des Sarajewo-Attentäters Princip mit dem jungen Hitler gleich im ersten Kapitel des Buches vermutlich nur wenigen Historikern einfallen. Magenschab dagegen verwendet derartige journalistische Stilmittel gekonnt und routiniert, um einen Sachverhalt möglichst anschaulich zu beschreiben.
  Trotz des beträchtlichen Unterschieds im Umfang der beiden Bücher erfährt man auch im deutlich dünneren Buch von Magenschab Dinge, die man bei Rauchensteiner nicht zu lesen bekommt. Wer weiß etwa schon, dass Panzer eigentlich eine österreichische Erfindung sind, die aber von der Armeeführung abgelehnt wurde. Also ist die Lektüre beider Bücher auch innerhalb kurzer Zeit durchaus ein Gewinn, wenn man bei Rauchensteiner auch deutlich mehr investieren muss.
  Schon in manchen Details zeigen sich Unterschiede, so wird Österreich-Ungarns Armeechef bei Rauchensteiner immer „Conrad von Hötzendort“ genannt, Magenschab reicht hier ein „Conrad“. Erfährt man bei Rauchensteiner Schritt für Schritt, welche Handlung von Franz Josef, Wilhelm II., Conrad und Außenminister Berchtold und ihrer Gegenspieler zur nächsten Reaktion und schließlich in die Katastrophe führen, beschränkt sich Magenschab mehr (aber nicht ausschließlich) auf die Stimmung und Atmosphäre in der politischen Führung und der Bevölkerung.
  Magenschab sieht Wilhelm II. deutlich kritischer und das österreichisch-ungarische Militär nicht ganz so kritisch, wie Rauchensteiner. So betont er etwa die Rolle der deutschen Hilfe bei der letzten Offensive an der Italienfront nicht so deutlich wie Rauchensteiner und auch nicht, dass diese Offensive nach Abzug der deutschen Truppen an der Paive nicht mehr voran kam. Am Ende des letzten Kapitels findet sich noch ein leidenschaftliches Plädoyer für die EU von Magenschab.
  Eine Besonderheit bei Magenschabs Buch sind Kästen in den meisten Kapitel mit Ausschnitten aus der zeitgenössischen Literatur, von Bertha von Suttner über Joseph Roth, Ernest Hemingway,. Gabriele D’Annunzio der unvermeidliche Karl Kraus nicht unberechtigterweise gleich zwei Mal. Am Ende gibt es noch vor dem üblichen Personenregister ect. Noch eine Chronik zum schnellen Nachschlagen.

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