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Andy Remic
Kells Legende
(Kell’s Legend. Clockwork Vampire 01)

Blanvalet
2012
Übersetzt von Wolfgang Thon
509 Seiten
ISBN-13: 978-3442268764
€ 9,99


Von Alfred Ohswald am 01.11.2013

  Der alte, legendäre Krieger Kell lebt mit seiner geliebten Enkelin recht friedlich in einer Stadt des Königreichs Falanor, als diese von einem unheimlichem und übermächtigen Feind mit Hilfe von Magie überfallen wird. Mit knapper Not können Kell, seine Enkelin mit einer Freundin und der zufällig ihren weg kreuzende Dieb und Schürzenjäger Saark entkommen. Doch Kell wird erkannt und der Feind hetzt ihnen ein „Canker“ genanntes Ungeheuer auf die Spur. Bei einem Kampf mit diesem „Canker“ verlieren sich die beiden Mädchen und Kell und Saark auf den Augen. Zu ihrem Entsetzen müssen sie feststellen, dass ihnen sofort ein neuer „Canker“ hinterhergeschickt wird, als sie den ersten mit viel Glück töten können.
 
  Neben der Haupthandlung mit der Titelfigur Kell wird eine Nebenhandlung mit einer der Vachine als zweite Hauptfigur erzählt. Diese Vachine sind Androiden, eine Mischung aus Roboter und Mensch, die Vampiren nicht nur ähnlich sehen, sondern sich auch aus modifiziertem Menschenblut ernähren. Ein Mangel an diesem Blut ist auch der Grund für den Angriff auf das Königreich Falanor, den sie mit Hilfe einer geheimnisvollen, sehr mächtigen Rasse durchführen.
  Remic beherrscht die Beschreibung von Kampfszenen und recht düsteren Charakteren. Selbst die Hauptfigur Kell mit seiner magisch an ihn gebundener Kriegsaxt ist nicht gerade der klassische strahlende Held. Er erinnert stark an Michael Moorcocks Elric von Melniboné mit seinem Schwert Sturmbringer. Wobei Remic dem Altmeister nicht wirklich das Wasser reichen kann. Bei vielen Charakteren neigt er auch zu einer etwas eindimensionalen Betrachtungsweise, bei manchen seiner Helden zeigt er eine ausgesprochene Vorliebe für übertrieben gewalttätige Typen/innen.
  Recht gut sind auch die verschiedenen, nichtmenschlichen Wesen und damit die Hintergrundwelt gelungen. Es deutet sich schon in diesem ersten Teil an, dass es sich bei dieser Welt um eine postapokalyptische Welt in einer düsteren, von Magie durchseuchten Welt weit in der Zukunft handelt.
  Weniger gut ist es mit der Logik bestellt. Ist etwa der erste „Canker“ schier unbesiegbar, werden diese Unwesen später massenweise vom Helden abgemurkst.
  Der erste Teil endet mit einem recht heftigen Cliffhanger, was bei Büchern, auf deren Fortsetzung man etwa ein Jahr warten muss, nicht jedermanns Geschmack ist. In der Fortsetzung „Kells Rache“ geht es ähnlich weiter. Oft geraten die Helden in ganz üble Situationen und schauen dem Tod ins Auge, um dann nach einem oder mehreren Schauplatzwechseln in letzter Minute auf mehr oder weniger originelle Art gerettet zu werden. Weil das Muster mit einem Cliffhanger am Ende jedes Kapitels wirklich unablässig durchgezogen wird, verliert es seine Wirkung und das Buch bekommt etwas Groschenheftartiges. Auch verlieren die ewigen Streitereien zwischen Kell uns Saark mit der Zeit doch sehr an Reiz und stellen nur mehr Geduld und Nervenkostüm der Leser auf eine harte Probe.
  Der zweite Teil hat im Gegensatz zum ersten Teil eine Art Ende, auch wenn es offensichtlich nicht endgültig ist.

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