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Silk Spectre
Before Watchmen, Bd. 6

Panini
2013
112 Seiten
ISBN-13: 978-3-86201-484-2
€ 14,99


Von Alemanno Partenopeo am 22.10.2013

  Die Geschichte der Tochter, wie Laurie Juspeczyk zu Silk Spectre II wurde als Prequel zum Comic-Klassiker "WATCHMEN" von Alan Moore ist eine Reise in die wilden Sechziger zum „Sommer der Liebe“, nach dem nichts so war, wie vorher und kein Stein mehr auf dem andern blieb. Laurie rebelliert so wie andere Kids auch gegen ihre bevormundende Mutter, Silk Spectre, die ihr abends das Kämpfen beibringt und ihre Tochter beaufsichtigt, wie ein flügges Küken. Aber Liebe bedeutet eben auch Vertrauen in die Fähigkeiten des anderen und so muss die Mutter bald verstehen, dass ihre Tochter sie nicht mehr braucht und sie dennoch noch lieben kann. Als Laurie mit Greg nach San Francisco durchbrennt ist sie sogar so verzweifelt, dass sie den Vater von Laurie, den Comedian, auf Greg ansetzt. Nun, wie dieser seien Problem löst dürfte ja bekannt sein.
 
  Laurie wird von ihren Altersgenossinnen verspottet und ausgelacht, denn ihre Mutter sei eine Superschlampe, keine Superheldin, die mit jedem geschlafen habe, der sich ihr anbot, sogar mit Comedian, möchte man da hinzufügen. In einem typisch amerikanischen Diner spritzt ihr eine Klassenkameradin sogar ein bisschen Cafèlatteschaum ins Gesicht, um die „Familienähnlichkeit“ besser zu unterstreichen. Ein Schelm, wer Schlechtes dabei denkt. Bald hat sich Laurie aber ihr eigenes Kostüm zusammengeschustert und kämpft für die Gerechtigkeit, verprügelt eine Gruppe Clockwork Orange angehauchter Jugendlicher und droht ihnen mit einem Eisenstock: „…oder ich mach aus deinem Auge einen Lutscher!“. Am „Ende des Regenbogens“ steht der düstere Gurustein und ein gewisser Mann mit Hut, Chairman, der für die Mafia arbeitet: beide propagieren den Konsum einer schrecklichen Substanz, die die jungen Hippies zu Rauschkäufen motiviert.
 
  Wilde Musik und Drogenparties zerstören nicht nur in dieser Graphic Novel das Gehirn von tausenden Jugendlichen. Die besten dieser Generation gingen den Gulli runter, würde Allen Ginsberg sagen, aber die beiden Autoren zitieren vor allem Ken Kesey, der mit seinem Magic Bus durch die Lande zog und dies nicht als Ausstieg, sondern Einstieg in die Welt verkauften. „Silk Spectre“ kann als Abgesang auf die Sechziger gelesen werden, in der die junge Laurie Juspeczyk ihre große Liebe verlieren muss, um selbstständig und stark zu werden und endlich dem Club der Gerechten beitreten kann: die Crimebusters.

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