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Rainer Nikowitz
Volksfest

Rowohlt
2012
320 Seiten
ISBN-13: 978-3499259111
€ 9,99


Von Alfred Ohswald am 26.09.2013

  Der sonst in Wien wohnhafte Lebenskünstler Suchanek muss für ein paar Wochen in sein Geburtshaus am Land ziehen, um dort über Hund und Haus seiner im Urlaub weilenden Eltern zu wachen. Prompt wird er Zeige einer Brandstiftung an einer benachbarten Scheune, wobei er den Täter aber nur aus weiter Enrfern8ng sehr ungenau sieht. Trotzdem spricht es sich im Dorf schnell herum, das er den Feuerteufel gesehen hat. Der überrascht ihn dann nachts mit einem heimlichen Besuch. Suchanek kann aber entkommen, der Täter aber erneut unerkannt auch.
  Am nächsten Tag stellt sich heraus, dass die Frau des Scheunenbesitzers sich während des Feuers in der Scheune befand. Und sie sollte nicht die letzte Tote in dem kleinen Dorf sein.
 
  Nikowitz, in Österreich bekannt für seine satirischen Kolumnen im Magazin „profil“, hat einen Krimi als literarisches Debüt abgeliefert. Sowohl beim Schreibstil, als auch manche Bemerkung über das Landleben bleibt er auch hier im satirischen Fach. Was in seinen Kolumnen sehr gut funktioniert und auch hier etwa die Hälfte des Romans klappt, hält nicht bis zum Schluss. Irgendwo beginnt es sich etwas hinzuziehen, ohne wirklich Langweilig zu werden. Aber der spritzige Witz des Anfangs bleibt nicht auf dem gleichen Niveau.
  Die Hauptfigur ist ein für den Heutigen Krimi nicht untypischer Antiheld. Seinen Beruf erfährt man im ganzen Buch nirgends. Während er sich ab und an etwas herablassend über den ländlichen Alkoholkonsum äußert, kifft er sich täglich das Hirn aus dem Schädel. Nikowitz trifft manchen Aspekt des Landlebens recht gut, schafft es aber doch nicht immer, die ganze Atmosphäre mit ihren Vor- und Nachteilen einzufangen.
  So räumt er berechtigterweise auf das doch recht eingeschränkte Umweltbewusstsein des Großteils der Landbevölkerung auf oder weist auf die mörderischen Auswirkungen der Kombination von Alkoholkonsum und zu schnellem fahren mit dem Auto bei der männlichen Landjugend hin.
  Es ist ein kurzweiliger, unterhaltsamer Krimi. Noch kein Wolf Haas aber auf dem richtigen Weg. Und selbst einem Profi (bzw. seinem Lektorat) können vermurkste Sätze wie „Denn Bernhardsau war leider ansteckend auch noch“ durch die Lappen gehen, wie man Anfang des 14. Kapitels sehen kann.

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