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Jeffrey Thomas
Tagebuch aus der Hölle
(Letters From Hades, 2003)

Festa
2011
Übersetzt von Doris Hummel
272 Seiten
€ 13,95


Von Alfred Ohswald am 17.09.2013

  Beim ersten Roman des amerikanischen Autors ist der Titel wortwörtlich gemeint. Sein Held landet wegen eines erfolgreichen Selbstmordes tatsächlich in der Hölle. Es ist eher eine aktuelle Version von Dantes klassischer Phantasie, als eine wirklich moderne Hölle, in der die unsterblichen Seelen gefoltert werden. Diese unsterblichen Körper heilen immer wieder, egal, wie stark sie in Mitleidenschaft gezogen wurden.
  Der Held war zu seinen Lebzeiten Schriftsteller und beginnt auch in der Hölle zu schreiben. Hier ist ews das erwähnte Tagebuch, in dem er seine Erlebnisse niederschreibt. Mit der Zeit zieht allerdings auch in der Hölle ein gewisser Alltagstrott mit dem täglichen Gang an die Arbeitsstelle ein. Zumindest, bis er einen attraktiven, weiblichen Dämon kennenlernt, ihr gegen einen Engel zu Hilfe kommt und er von einer Widerstandsbewegung erfährt.
 
  Obwohl der Roman nicht zu den zahlreichen, eindeutig satirischen Werken gehört, die es sonst zu diesem Themenbereich gibt, gibt es auch hier einige Seitenhiebe, die sich in erster Linie aus dem recht wörtlich nehmen der christlichen Theologie nähren. Auf der anderen Seite weicht er in einigen dingen auch deutlich davon ab, so gibt es zwar Gott aber keinen Satan. Aber völlig ernsthafte, literarische Visionen der Hölle gibt es ja seit längerer Zeit kaum mehr, wenn man nicht rechnet, wenn sie als Metapher dienen soll. Mit der berühmten Ausnahme Dantes kommt höchstens die reine Fantasy-Trilogie Alen Campbells „Die Kettenwelt-Chroniken“ in Frage. Aber obwohl „Tagebuch aus der Hölle“ auch in einer völlig irrealen Umgebung spielt, hat es dazu doch seine Wurzel in der Realität.
  „Tagebuch aus der Hölle“ ist ein recht flott zu lesender Roman ohne allzu große Stärken oder Schwächen. Wer Fantasy mag, wird nicht übel unterhalten und für den Rest der Leserschaft ist er ohnehin völlig ungeeignet.
  Dass man bei einem dergestaltigen Hintergrund keine zu hohen Anforderungen an die Logik der Handlung oder überzeugende, etwas vielschichtigere Charaktere stellen darf, versteht sich vermutlich von selbst…

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