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Greg Egan
Distress

HarperPrism
1998
454 Seiten


Von Till Westermayer am 03.06.2000

  In den 50er Jahren des 21. Jahrhunderts sind Biotechnologie, KI, Materialherstellung, etc. weit fortgeschritten. Es gibt spannende mystische Kulte wie »Humble Science«, »Mystical Renaissance« oder auch »Edenites«. Das alles sehen wir durch die Augen - und das eingebaute Witness-Programm - von Andrew Worth, einem Reporter/Filmemacher/oä. - die Speicherbausteine zur neuronalen Kamera liegen ihm im Magen.
  Sein aktueller Auftrag ist es, über Violet Mosala, eine brillante junge afrikanische Physikerin und ihren Auftritt bei der Einstein Conference über die aktuellste Theory of Everything zu berichten. Die Konferenz findet auf Stateless statt, einem mittels geklauter Biotech hergestellten künstlichen Inselstaat, der alles ist, außer ein Staat. Oder anders gesagt: Eine weitere anarchistische Utopie, die Realität geworden ist.
  Und irgendwann tauchen dann dunkle Mächte der unterschiedlichsten Art auf, und aus der brillanten Darstellung einer relativ plausiblen und schon ein bißchen transhumanen Zukunft wird ein rasanter Thriller - bis zum Eganschen metaphysischen Ende.
  Neben den ganzen Spekulationen über die Fortschritte der Neurochirugie, Gen- und Biotechnik (zum Beispiel speziell zur Energiegewinnung designte Pflanzen) tauchen ziemlich viele ziemlich spannende gesellschaftliche Konzepte auf. Stateless und die ganze Anti-Wissenschafts-Bewegungen habe ich ja schon erwähnt, dazu kommen dann Dinge wie Biotech-Experimental-Restaurants, eine Ausdifferenzierung der Geschlechter von u-male über asex (englisches Pronomen dafür: ve/vis; samt Lovestory) bis u-fem, Gender Migration als Massenbewegung, seltsame Konzepte wie Freiwilliger Autismus, etc., etc.
  Spannend.

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