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Claude-Anne Lopez
My life with Benjamin Franklin
(2000)

Yale Unversity Press
288 Seiten
DM 53,57


Von Bruno Hopp am 20.05.2000

  Dieses (englischsprachige!) Buch ist insofern erfrischend, da nicht nur ich zuerst mal dachte: 'hey, Franklin ist schon lange tot! Wie soll das sein?' Ich sehe genauer: Frau Lopez kam als junge Französin nach New Haven, Connecticut. Mitte der 1950er Jahre beginnt sie ihre Arbeit an der Universität von Yale als Übersetzerin. Sie wurde Betreuerin der Werke von Benjamin Franklin, lernte aus seiner Korrespondenz nicht allein den (bekannten) Erfinder und Wissenschaftler kennen sondern auch den Menschen Benjamin Franklin.
  Der Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt wohl in Franklins' frühen Jahren. Zur Begründung wird angeführt, daß 1780 ein Tiefpunkt der Amerikanischen Revolution erreicht war. Er war keineswegs nur der grossartige Erfinder, geistreiche Wissenschaftler usw., er hatte auch gesundheitliche Probleme, war vier Jahre vorher nach Frankreich gekommen, um hier Waffen, Munition, Schiffe usw. einzukaufen, teilweise auch zu erbetteln.
  Als fünfzehntes Kind eines Bostoner Kerzenmachers und Protestant war diese Lebensphase keineswegs leicht in einem erz-katholischen Frankreich, das noch heftige Kämpfe auf dem langen Weg zur Demokratie vor sich hatte. Seine späteren Erfolge werden wohl kaum geschmälert, wenn die Autorin diese schwierigen Jahre als Grund sieht für Verbitterung und Enttäuschung, die ihn auch in späteren Jahren so manches Mal einholte.
  Benjamin Franklin kommt in diesem Buch sehr lebensnah, beinahe zeitgenössisch vor: seine wissenschaftlichen Arbeiten, seine politische Arbeit könnten genausogut auch in der Gegenwart spielen.
 
  Meine Meinung: wie so viele Biographien über historische Persönlichkeiten ist auch diese sicher nicht die letzte (über B. Franklin). In unterhaltsamer Weise werden die bekannten Leistungen und die persönlichen Züge einer historischen Persönlichkeit aufgezeigt. Mit etwas Hintergrundwissen zur Neueren Geschichte Nordamerikas und Europas und ein wenig Englischkenntnissen wird man diese Biographie mit Genuß und Freude lesen können. Mir jedenfalls hat es gefallen.
 
 Wertung: Sehr empfehlenswert!

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