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Committee on Nuclear Physics/Board on Physics and Astronomy/National Research Council (eds.)
Nuclear Physics. The Core of Matter, The fuel of Stars
Physics in a New Era
(1999)

National Academy Press
206 Seiten
DM 83,57


Von Bruno Hopp am 20.05.2000

  Dieses schöne englischsprachige Werk ist ganz sicher keine Entspannungslektüre und keine Einführung (es sei denn man ist schon ein Dr. in Kernphysik). Wie im Vorwort durch John P. Schiffer vom Kommitee für Nuklearphysik erwähnt, dient der Band vor allem dazu, einige wichtige Aspekte der aktuellen Forschungssituation auch für Laien verständlich darzustellen. Vor dem Hintergrund der Diskussion, daß auch die Physiker sich fragen lassen müssen, was denn die Resultate ihrer ziemlich teuren Spielzeuge (Beschleuniger) sind, gibt es den Druck zur Effizienz, gleichzeitig immer die Probleme, geeigneten Nachwuchs zu finden und ihn auch angemessen zu fördern sowie gleichzeitig das Problem, dass die Forschungsland- schaft sich ständig durch neue Projekte, Entdeckungen etc. ändert und dies ebenso Rechtfertigungsdruck erzeugt (warum muss/soll ein Projekt durchgeführt werden).
 
  In übersichtlichen, kurzen Kapiteln werden grundlegende Strukturen der Materie (Protonen, Neutronen, Quarks, Gluonen, Mesonen, Hadronen...) aufgezeigt und wie sie zusammenhängen. Einfache Kernstrukturen werden in Kapitel drei aufgezeigt, extreme Dichte wird in Kap. vier thematisiert. Sehr schön finde ich in Kap. 5 den Brückenschlag vom sub-atomaren Mikrokosmos zum Makrokosmos der Astrophysik und Erklärungen, warum diese Bereiche zusammengehörend erklärt werden. Einzelfragen, z.B. Symmetrien werden separat behandelt.
  Ein eigenes Kapitel ist den Werkzeugen, vor allem Beschleunigeranlagen gewidmet. So werden differenziert die Möglichkeiten von Ionen-Beschleunigern, Atom-'fallen' und Detektoren für Quark-strukturen besprochen. Das Kapitel über Nuklearphysik und Gesellschaft geht dezidiert auf Methoden der Krebsbehandlung ein, bildgebende Methoden in der (medizinischen) Diagnostik, in der Umweltforschung, in der Industrie, bei der Energiegewinnung sowie zur nationalen Sicherheit.
 
  Mir persönlich gefällt, daß die zahlreichen Fotos und Skizzen im Buch hervorragend die Themen ergänzen und verstehen helfen - ich denke da an mein (deutsches!) Physikbuch aus der Schule nur mit Grauen! Mit Englischkenntnissen der Mittelstufe und etwas Ahnung von Nuklearphysik (wie sie jeder Abiturient eigentlich auch haben könnte!) kann ich dies Buch wirklich empfehlen! Klar ist es keine Unterhaltungs- lektüre, aber wer naturwissenschaftliche Interessen hat, wird sich der Faszination kaum entziehen können. Die Sprache bleibt auch immer verständlich, kein Abdriften in Fachjargon. Mir hat es jedenfalls sehr gefallen!

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