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Agatha Christie
Mord im Orientexpress
(Murder on the Orient Express, 1934)

Fischer
2013
Übersetzt von Otto Bayer
272 Seiten
ISBN-13: 978-3-596-90525-6
€ 7,95


Von Klaus Makolkus am 14.06.2013

  Der Orient-Expreß bleibt auf seinem Weg von Istanbul nach Calais in Jugoslawien in einer Schneeverwehung stecken. Als der Amerikaner Ratchett tot in seinem Abteil aufgefunden wird, kann der belgische Meisterdetektiv Hercule Poirot in Aktion treten.
 
  Auch wenn die Geschichte auf den ersten Blick vielleicht konstruiert erscheinen mag, so ist sie doch wunderbar erzählt und auch menschlich anrührend. Die Handlung ist im guten Sinne durchkomponiert.
 
  Es gab wohl auch ein reales Ereignis, das die englische Erfolgskriminalautorin zu diesem Buch inspirierte. Und zwar waren es die Ereignisse um die Entführung des Lindbergh-Babys:
 
 Charles Augustus Lindbergh jr., der Sohn des Flugpioniers Charles Lindbergh, war im März 1932 im Alter von 20 Monaten aus seinem Elternhaus entführt worden. Nach der Zahlung eines Lösegeldes in Höhe von 50.000 US-Dollar wurde das Kleinkind ermordet aufgefunden.
 
  Ein bei den Eltern von Mrs. Lindbergh angestelltes Dienstmädchen wurde zu Unrecht der Komplizenschaft verdächtigt und beging nach sehr harschem Polizeiverhör Selbstmord. Dieser Zwischenfall diente Agatha Christie als Motiv für die Beteiligung des Schlafwagenschaffners Pierre Michel an der Ermordung von Ratchett/Cassetti, indem sie nach dem Vorbild des Dienstmädchens aus dem Lindbergh-Fall für den Roman das Dienstmädchen Paulette Michel - Tochter von Pierre Michel - schuf, das nach unrechtmäßiger Verdächtigung ebenfalls den Freitod wählte.
  Zur Zeit der englischsprachigen Erstveröffentlichung von Mord im Orient Express im Januar 1934 war der Fall Lindbergh noch unaufgeklärt. Der mutmaßliche Täter Bruno Hauptmann wurde am 19. September 1934 festgenommen, wegen Mordes 1935 schuldig gesprochen und am 3. April 1936 hingerichtet.
 
  Dieses Buch ist eines der besten Werke der Christie.

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