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Kurt Lanthaler
Der Tote im Fels
Ein Tschonnie Tschennett-Roman
(1993)

Diogenes
1999
293 Seiten
DM 16,90


Von Timo Gnambs am 16.04.2000

  Die Bauarbeiten am Brenner-Eisenbahntunnel sind bereits in vollem Gang. Eines Tages machen die Arbeiter nach einer Sprengung einen grausigen Fund. Unter den Felstrümmern entdecken sie die Leiche eines elegant gekleideten Herrs mit einem Aktenkoffer in der Hand. Nur wie kam diese Leiche in einen Berg aus massivem Fels?
  Tschonnie Tschennett, Ex-Matrose und LKW-Fahrer, befindet sich nur durch purem Zufall am Ort des Geschehens. In einem unbeobachteten Moment, gibt er einem unbedachten Drang nach und entwendet die Aktentasche des Opfers. Wenn er geahnt hätte, welche Konsequenzen diese unüberlegte Handlung nach sich ziehen, hätte er einen großen Bogen um den Leichnam und dessen Tasche gemacht. In der Folge wird Tschonnie in ein mörderisches Netz skrupelloser Grundstückspekulanten, alternder Nazis und korrupter Polizisten verstrickt.
  Der Held des Romans, Tschonnie Tschennett, ist weniger gelungen. Wenn er auch sympathische Seiten aufweist, wirkt er dennoch wie das Stereotyp eines Serienheldens des Krimi Noir. Der Underdog, ohne Geld oder feste Beziehungen und einem fatalem Hang zum Alkohol, wird eher zufällig in ein gefährliches Kriminalkomplott verstrickt und entkommt am Ende nur zufällig mit heiler Haut.
  Da der Roman im Tiroler Raum spielt, schlägt sich die Nähe zum italienischen Nachbarn in der Sprache nieder. Die zahlreichen italienischen Ausdrücke, Phrasen und auch Gesprächspassagen behindern zwar das Verständnis der Handlung nicht, doch stören sie (für einen Leser, der dem Italienischen nicht mächtig ist) den Erzählfluß.
  An den eigenwilligen Stil und den Rhythmus des Romans muß man sich langsam gewöhnen, daher ist er anfangs etwas beschwerlich zu lesen. Sobald die Eingangsphase überwunden ist, hat man aber einen spannenden Krimi in Händen, den man nicht so schnell weglegen möchte.

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