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Daniel Keyes
Charlie
(Flowers for Algernon, 1966)

313 Seiten


Von Michael Dauth

  Es ist eine Kurzgeschichte, die später zum Roman erweitert wurde, aber in beiden Fassung genial ist. Die Kurzgeschichte heißt: "Blumen für Algernon", der Roman heißt "Charlie". Es geht um einen Mann ( Charlie ), am dem ein wissenschaftliches Experiment vollzogen wird, nämlich intelligent zu werden. Dieser Mann hat einen IQ von ca. 75. Ihm wird gesagt, nach diesem Experiment werde er total intelligent sein. Nicht zuletzt auch weil er keine Vorstellung davon hat, was das bedeutet, willigt er ein. Im Laufe des Experiments wird er immer intelligenter und reift zu einem der führender Wissenschaftler seiner Zeit heran, bis er eines Tages das Experiment nachvollziehen kann. Das Experiment wurde parallel zu ihm noch mit einer Maus ( Algernon ) gemacht. Der Mann stellt nun an dieser Maus fest, daß die Intelligenz eines Tages wieder rückläufig sein wird.(!) Diesen Prozeß erlebt er dann bewußt.
  Das ist zwar schlimm zu lesen, aber absolut gut. Der Clou an dem Buch: Es ist in Form eines Tagebuches von Charlie geschrieben. Anfangs ist es sprachlich sehr schwer zu folgen, weil natürlich nichts richtig geschrieben ist, keine richtige Zeichensetzung usw. Man muß es anfangs laut lesen, um zu verstehen. Die Sprache wird im Laufe des Experiments besser und man kann als Leser auch an der Sprache verfolgen, wie intelligent Charlie langsam wird.

Von Alfred Ohswald am 30.11.2000

  Der geistig zurückgebliebene Charly Gordon wird als erster Patient für eine neue Methode, die geistigen Fähigkeiten operativ stark zu verbessern, ausgewählt. Vorher war es nur im Tierversuch gelungen und eine Maus namens Algernon zeigte so gute Ergebnisse, dass jetzt der Versuch bei einem Menschen gewagt wird. Charly wird zahlreichen Tests unterzogen und dann schließlich operiert.
  In der ersten Zeit nach der Operation merkt Charly nichts von einer gesteigerten Intelligenz. Doch als sie sich dann einstellt, muss er feststellen, dass sowohl seine Umwelt als auch seine eigene Psyche nicht ohne Probleme damit zurechtkommt.
 
  Der Roman ist in Form von Aufzeichnungen der Hauptfigur Charly ausschließlich aus dessen Sicht geschrieben. Dabei ist Keyes es mit dem stilistischen Kunstgriff, seinen geistigen Zustand in der Art, wie er schreibt zu unterstreichen, ein Geniestreich gelungen. Anfangs kann man den betont vor Fehler strotzenden Text zwar oft schwer folgen, aber es wird damit eine unglaubliche Eindringlichkeit erreicht.
  Ursprünglich hat Keyes die Geschichte als Erzählung (Blumen für Algernon) geschrieben und der Erfolg veranlasste ihn vermutlich, es auch in Romanlänge zu versuchen. Der Versuch kann durchaus als gelungen angesehen werden, obwohl der Roman relativ wenig Neues bietet und durch die zusätzliche Länge eher etwas an emotioneller Dichte verliert. Für mich persönlich war „Blumen für Algernon“ die beste Science Fiction-Erzählung, die ich je las und die Romanfassung „Charly“ ist zwar ein hervorragendes Buch, aber Kenner der Erzählung haben keinen Grund es auch zu lesen. Wer allerdings „Blumen für Algernon“ nicht kennt, sollte „Charly“ unbedingt lesen, auch wenn er sonst mit Science Fiction wenig anzufangen weiß.
  Leider zeigt dieses Buch deutlich, wie wenig Augenmerk deutsche Verlage auf gute Science Fiction legen. „Charly“ ist zur Zeit nicht in deutscher Sprache erhältlich und so ist wohl der Gebrauchtbuchmarkt die einzige Möglichkeit, diesen Roman in die Hände zu bekommen.

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