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Siri Hustvedt
Ich lese dir vor

gutleut verlag
2011
Übersetzt von Brigitte Landes
48 Seiten
ISBN-13: 978-3936826708


Von Volker Frick am 09.04.2013

  Siri Hustvedt ist primär als Romanautorin und Essayistin bekannt. Und nun dieser Gedichtband. Rückblende: Am 16. Juni 1982 heiratet Siri Hustvedt den zu jener Zeit noch recht unbekannten und ausschließlich durch Publikation eigener oder übersetzter Gedichte in Erscheinung getretenen Schriftsteller Paul Auster. Im gleichen Jahr veröffentlicht dieser sein Memoir „The Invention of Solitude“ (dtsch. 'Die Erfindung der Einsamkeit', 1993). 1983 veröffentlicht Siri Hustvedt den Gedichtband „Reading to you“. Danach übersetzt sie in Teilen eine Monographie über Dostojewski aus dem Norwegischen, ist an einem dreibändigen Werk mit dem Titel „Fragments for a History of the Human Body“ beteiligt, und schreibt ihre Dissertation „Figures of Dust: A Reading of 'Our Mutual Friend'“.
 
  Nach den ersten drei Romanen „Die unsichtbare Frau“ (1993, im Original 'The Blindfold', 1992), „Die Verzauberung der Lily Dahl“ (1997, i.O. 'The Enchantment of Lily Dahl', 1996) und „Was ich liebte“ (2003, i.O. 'What I loved', 2003) erlosch mein Interesse an den literarischen Abstrichen der Autorin Siri Hustvedt. Und jetzt dies.
 
  Eine bilinguale Ausgabe, denn die Originale finden sich auf der Innenseite des Umschlags nebst Bio- und Bibliografien der Autorin und der Übersetzerin. Dich lesend, „ ... die Tochter eines bestimmten Mannes mit derselben Nase, Schrift und Nerven.“ Dir vorlesend, „aber ich erinnere mich an ihre Finger, leicht wie ein Insekt auf meinem Rücken, bevor wir einschliefen.“ Es sind seltsam einfache Zeichen und Zeilen, stimmig in sich und durchgearbeitet: „Mach das Licht aus, damit ich dein Gesicht nicht sehen kann.“ Und man weiss nicht, was ist Zitat, was zutiefst gebunden, was zu dick (aufgetragen), aber dann schon wieder so eine Einzelzeile: „Seltsam, sich vorzustellen, dass Unendlichkeit sechs Seiten hat.“ Dieses schmale Werk ist 30 Jahre alt. Superb ins Deutsche gehoben von Brigitte Landeis, und dem Gutleut Verlag sei Dank.

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