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Andreas Gruber
Todesfrist

Goldmann
2013
416 Seiten
ISBN-13: 978-3442478668
€ 9,99


Von Alfred Ohswald am 28.03.2013

  Um den Inhalt zu skizzieren, werde ich den Autor auf Seite 321 zitieren, weil man es kaum besser zusammenfassen kann, ohne zu viel zu verraten:
  „In den nächsten Minuten erfuhr Helen, dass **** sechs Frauen in Köln, München, Leipzig, Dresden und Wien entführt und fünf davon getötet hatte. Nach jeder Entführung nahm er mit jemandem aus dem Bekanntenkreis des Opfers Kontakt auf, sandte einen Hinweis und ließ achtundvierzig Stunden verstreichen, in denen der Grund für die Entführung gelöst werden sollte – es sei denn, jemand schaltete vorher die Kripo ein. Danach tötete er die Frauen, frei interpretiert nach den Geschichten aus dem Kinderbuch des Struwwelpeters.“
  Drei Handlungsstränge führen die Leser durch diesen Thriller. Da ist die Münchner Polizistin Sabine Nemez, die Tochter eines der Opfer, die den Täter an der Seite eines recht kauzigen Ermittlers jagt. Dann ist da noch die Psychologin Berger, die den Finger eines Opfers zugespielt und vom Entführer die erwähne Frist gestellt bekommt, um ein Rätsel zu lösen. Und da gibt es noch Rückblenden in die nahe Vergangenheit zu einer weiteren Psychologin namens Rose, die einen Kriminellen im Auftrag des Gerichts in Behandlung hat.
 
  Andreas Gruber ist kein typisch österreichischer Krimi-Autor. In seinen Thrillern gibt es höchstens sehr unterschwelligen Humor und keinerlei des sonst sehr beliebten Lokalkolorit. Würde Gruber unter einem amerikanisch klingenden Pseudonym schreiben, würde es kaum auffallen. Sie würden jederzeit locker als amerikanische oder britische Thriller-Autor durchgehen. Und seine Bücher wären durchaus wie geschaffen als Vorlage für einen Hollywood-Blockbuster, so erinnert „Todesfrist“ deutlich an „Sieben“. Da passt auch gleich eine Warnung dazu, sensible Gemüter sollten vielleicht vorsichtig sein, da es sehr grausame Morde gibt.
  Mit „Todesfrist“ hat Gruber den bisherigen Höhepunkt seines Schreibens erreicht. Wer in schon bisher mochte, wird hier begeistert sein. Sonst kann man den Roman jedem empfehlen, der gerne spannende und geschickt konstruierte Thriller liest. Gruber erzählt trotz verschachtelten Handlungssträngen geradlinig, ohne sich zu verzetteln und liefert auch Stilistisch solides Handwerk.

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