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Christian Klinger
Das Don Juan Gen

Resistenz Verlag
2012
167 Seiten
ISBN-13: 978-3-85285-229-4


Von Sabine Breit am 28.01.2013

  Fabian genießt ein idyllisches Familienleben in einem hübschen Reihenhaus, hat im Job eine gehobene Position erreicht, in der er gut verdient, hat Freunde und vermisst eigentlich nichts in seinem malerischen Leben – sollte man meinen. Doch dem ist nicht so. Er fühlt sich unausgefüllt, unzufrieden und sucht nach etwas, von dem er selber noch nicht so recht weiß, was es ist oder sein könnte. Bis ihm sein Freund den Tipp gibt, doch auch einmal fremdzugehen. Das würde seine männlichen Triebe wieder aktivieren und seinem Ego gut tun. Einen ähnlichen Rat erhält er auch von einem etwas dubiosen Psychiater. So nimmt die vorhersehbare Geschichte ihren Lauf in Christian Klingers Beziehungs-Thriller.
  Schon nach den ersten Sätzen drängt sich das Gefühl auf, man hätte es hier mit einer – vielleicht ungewollten – Satire zu tun. Bleibt die Frage: Satire worüber? Macht sich der Autor über das angeknackste Ego des „neuen Mannes“ lustig, nimmt er das kleinteilige Familien- u. Reihenhausidyll aufs Korn, veräppelt er karrieregeile Managertypen in ihren protzigen SUVs, versucht er Gedanken anzuregen über den Stellenwert des Privatlebens im Vergleich zur beruflichen Laufbahn und was manch einer dafür aufs Spiel setzt?
 
  Mir wurde das bis zum Ende des mäßig spannenden Romans nicht klar. Aber ernst gemeint kann eine Geschichte, die vor Stereotypen und Klischees nur so überquillt, nicht sein.
  Das Nachspiel, vom Autor auch als Postludium bezeichnet, wurde hoffentlich auch mit einem Augenzwinkern geschrieben.
  Dass Männer sich heute mit Frauen auseinandersetzen müssen, weil diese ihr eigenes Geld verdienen, selbständig denken und durchaus im Stande sind, allein durchs Leben zu gehen, wenn sie das wollen, dies zu bedauern und als Gratwanderung des verunsicherten Mannes darzustellen kann nur ein Scherz sein.
  Zum Glück lässt sich über Humor nicht streiten, manch einer wird die Story über das Don Juan Gen sicher witzig finden.
  Unter anspruchsvolle Lektüre fällt dieses Werk sicherlich nicht.

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