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Alfred Komarek
Blumen für Polt

Haymon
2000
190 Seiten
DM 29,80


Von Timo Gnambs am 14.04.2000

  Im fiktiven Wiesbachtal nahe Wien stürzt der geistig behinderte Willie tödlich einen steilen Berghang hinab. Für die meisten Bewohner des kleinen Dörfchens war er nur ein geduldeter Sonderling, den man nicht beachtete oder sogar aus dem Weg ging. Für Gendarm Simon Polt aber war er mehr - fast ein Freund. Obwohl alles auf einen unglücklichen Unfall hindeutet und der Fall offiziell ad acta gelegt wurde, kommen Polt Zweifel an der Version dieses Unfalls und beginnt auf eigene Faust zu ermitteln.
  Nebenbei hat er aber als Polizist alle Hände voll zu tun. Eines Nachts wird der alte Bauer Horst Breitwieser in einen schrecklichen Autounfall mit tödlichem Ausgang verwickelt. Das Opfer ist Rudi Riebl, der im ganzen Dorf berüchtigt dafür ist, Unfälle zu provozieren, um dann Schmerzensgeld kassieren zu können. Diesmal hatte er leider weniger Glück - er stirbt noch am Unfallsort. Polt setzt nun alles daran, um Beweise zu finden, die den Bauern entlasten könnten - doch alle Indizien deuten auf das Gegenteil hin.
 
  Die Kriminalgeschichte selbst wäre wohl keiner näheren Betrachtung wert. Sie ist zwar nicht langweilig, aber leider nur durchschnittlich. Was dem Roman aber seinen Reiz verleiht, ist der Handlungsort der Geschichte - das fiktive Wiesbachtal. Durch die Interaktionen Polts mit seiner Umwelt entsteht eine liebevolle Schilderung einer einzigartigen, kleinen Dorfgemeinschaft. In vielen kleinen Einzelerlebnissen wird nicht nur die Hauptfigur Polt, sondern auch seine unzähligen Mitprotagonisten stimmig skizziert. Der Leser taucht gleichsam in das kleinstädtische / bäuerliche Leben ein und verfolgt gespannt Polts Streifzüge durch das Panoptikum niederösterreichischer Unikate - alle Typen sind vertreten, vom reichen Wiener Wochenendtouristen über einen kauzigen, alten Professor bis zu den unzähligen Wirten, die mit ihren Weinverkostungen das Zentrum des Dorflebens bilden.
 
 Fazit:
  Ein wirklich netter Roman, der nicht durch seine Kriminalgeschichte, sondern durch seine detaillierte Schilderung einer einzigartigen niederösterreichischen Dorfgemeinschaft zu glänzen weiß.

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