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David Monteagudo
Ende

Rowohlt
2012
Übersetzt von Matthias Strobel
352 Seiten
ISBN-13: 978-3498045203
€ 19,95


Von Volker Frick am 05.01.2013

  Schrecken ohne Ende. Erst mal, denn nach fünfundzwanzig Jahren trifft sich eine alte Clique wieder, verabredet sich in der Herberge, wo sie sich zuletzt traf, und wo etwas vorgefallen ist mit jenem Mann, der nur ‚Der Prophet’ genannt wird. Aber er kommt nicht. Der Strom fällt aus. Etwas nimmt seinen Lauf.
  Zwischen dem Konkreten und dem nur Geahnten oszilliert eine erzählerische Stimme, die mit ein wenig zu viel Aufwand neun Charaktere zeichnet, und diese gelungen über ihre jeweiligen Gesprächsanteile präzisiert. Sie stehen im Dunkeln, die Elektrik ihrer Handys, Autos, Feuerzeuge versagt. Während der Nacht verschwindet einer der Freunde, was als Abreise gedeutet wird. Dann machen sie sich gemeinsam auf den Weg.
  Und einer nach dem anderen verschwindet. Und etwas ist da an surrealer Unterströmung, wunderbares Kopfkino, denn der Autor hält seine story virtuos und distanziert in Schwung, er bricht mit der Erwartungshaltung des Lesers, dessen Verständnislosigkeit des Unerklärlichen die Logik dieses Romans ausmacht. Was fehlt ist Information, Brot und Wasser. Der Roman nimmt an Fahrt auf, man ist versucht das Ganze als Versuchsanordnung, als Filmscript zu lesen. Bedrohliches Straßentheater in postapokalyptischer Stille. Schrecken ohne Ende. Dieser überzeugende Erstling von Monteagudo ist ein pageturner erster Ordnung.

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