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Steve Vance
Der Hyde-Effekt
(The Hyde-Effekt, 1989)

Festa
2012
Übersetzt von Andreas Diesel
412 Seiten
ISBN-13: 978-3865520104
€ 13,95


Von Alfred Ohswald am 23.12.2012

  Universitätsprofessor Cummings forscht in seiner Freizeit über Mythen der amerikanischen Ureinwohner. Bei Feldforschungen bei einem kleinen Stamm wird er von einem betrunkenen Medizinmann mit einer exotischen Krankheit infiziert, die ihn jede Vollmondnacht in einen Werwolf mit gewaltigen Kräften und überwältigender Mordlust verwandelt.
  Die ersten wegen ihrer extremen Brutalität auffälligen Morde finden in der Heimatstadt des Horror-Autors Blake Corbett statt. Der steckt gerade in seinem aktuellen Roman in einer Sackgasse und will sich am Tatort neue Inspiration holen. Es stellt sich heraus, dass das ermordete ältere Ehepaar mit bloßen Händen regelrecht zerfetzt und sogar teilweise gefressen wurde.
  Corbett lernt dort auch einen Reporter kennen, der eine Kolumne über seltsame Ereignisse schreibt. Mit ihm und bald noch einem kratzbürstigen Freak und einem Mädchen, das dem Monster bereits von Angesicht zu Angesicht begegnet ist, machen sie sich auf die Suche nach dem Werwolf.
 
  Der Roman ist flott erzählt und wechselt zwischen ruhigeren Passagen, die weitgehend den vier Hauptcharakteren gewidmet sind und turbulenten Actionszenen, bei denen die Angriffe des Werwolfs geschildert werden, hin und her, um schließlich im recht langen und ereignisreichen Finale zu enden. Die vier Hauptcharaktere und manche Nebenfiguren sind ganz gut gelungen, bei einigen der Letzteren machen sich amerikanische Klischees allerdings recht deutlich bemerkbar. So ist ein Bombenleger natürlich Umweltaktivist und Kapitalismuskritiker und eine wenig sympathische Journalistin hat die Ehre, die einzige Zigarette des Buches zu rauchen.
  Der mystische Hintergrund ist wenig originell und beschränkt sich weitgehend auf typisch esoterisches Geschwurbel. Vance hat sich nicht die Mühe gemacht, einen halbwegs eigenständigen Hintergrund zu konstruieren. Hier wäre deutlich mehr möglich gewesen, um zusätzliche Spannung durch die stückweise Aufklärung zu schaffen.
  Am Ende überwiegen aber die positiven Aspekte, zumindest wenn man gerne kurzweilige und actionreiche Bücher liest.

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