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Brian W. Aldiss
Graubart
(Greybeard, 1964)

Übersetzt von Reinhard Heinz
299 Seiten


Von Alfred Ohswald am 12.04.2000

  Als Folge eines Atomtests außerhalb der Atmosphäre wird die gesamte Menschheit steril. Ohne Kinder gerät die Welt immer mehr aus den Fugen und taumelt von einer Krise in die Nächste. Auch in der Natur ändert sich einiges mit dem die zunehmend älter werdende Bevölkerung immer schwerer zurechtkommt.
  Skurrile Typen und Gesellschaftsformen tummeln sich in England und Algernon Timberlane, Graubart genannt, seine Frau Martha und ihre Freunde Charlie und Pitt wandern einen Fluß hinunter durch das sterbende Land. Sie sind auf der Flucht vor den alles angreifenden, in Rudel jagenden Wieseln in Richtung Meer aufgebrochen und machen oft bei den heruntergekommenen menschlichen Siedlungen auf ihrem Weg Rast. Dabei begegnen sie den seltsamsten Typen und immer wieder schweift ihre Erinnerung zurück zu ihren Erlebnissen in einer verrückten Welt ohne Kinder.
 
  Aldiss, wohl einer der bemerkenswertesten Autoren im Science Fiction-Genre, legt ein seiner Schilderung einer Welt nach einer atomaren Katastrophe das Hauptaugenmerk auf die in dieser extremen Umwelt lebenden Menschen. Seine Charaktere und ihre Motive sind selbst dann noch glaubhaft, wenn sie sich weit jenseits der Normalität bewegen. Dadurch wird der Leser bald tief in diese aus den Fugen geratene Welt gezogen und vor der letzten Seite nicht mehr aus ihren Bann gelassen. Das Kunststück eines leicht lesbaren und spannenden Romans mit Tiefgang ist ihm damit eindrucksvoll gelungen.
  Als Tribut an Daniel Keyes gab Aldiss seiner Hauptfigur "Algernon" als Vornamen nach der Labormaus und einen Nebencharakter "Charlie" nach dem Hauptcharakter in dessen Erzählung "Blumen für Algernon" ("Charlie" als Roman). Wie diese, bewegen auch sie sich durch ein Labyrinth.

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