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Georg Sesslen
Detektive
Mord im Kino

Schüren Verlag
1998
278 Seiten
ISBN-13: 978-3894724252


Von Klaus Makollus am 28.08.2012

  In Detektivgeschichten geht es um Probleme, Rätsel, die gelöst werden, von einem, der von allein das Interesse hat, das Problem zu lösen, weil es ihn fasziniert, nicht, weil er etwas davon hat. So behauptet es zumindest die Inhaltsangabe.
  Natürlich geht es in Detektivgeschichten auch um Mord und Totschlag sowie Raub und Diebstahl sowie deren Aufklärung. Der Zuschauer möchte unterhalten werden. Seine Neugierde möchte befriedigt werden. Wer war der Täter?
  Der vorliegende Titel gehört zu der Buchreihe „Grundlagen des populären Films“. Er bietet einen Blick in die Geschichte des Kriminalfilms.
  Hinsichtlich der inhaltlichen Vorgehensweise wählt Sesslen eine Doppelstrategie. Er bietet zwar einen filmgeschichtlichen Abriß des Genres, setzt dabei aber auch inhaltliche Schwerpunkte. Mal geht es beispielsweise um Sherlock Holmes, Miss Marple, Charlie Chan und Mr. Moto, mal eher um die allgemeine Entwicklung des Genres. Die literarische Vorgehensweise ist etwas unausgegoren. Charlie Chan ist ein Beispiel dafür. Bei der Charlie-Chan-Spielfilmreihe aus den 1930er Jahren geht es eher darum, zu benennen, welche Filme damals gedreht wurden und welchen Inhalt sie haben. Inhaltlicher Tiefgang sieht anders aus.
  An anderer Stelle, wenn es zum Beispiel um die Geburt des „private eyes“ geht, geht Sesslen eher allgemein-beschreibend auf das Genre ein.
  Diese Vorgehensweise ist unbefriedigend. Man kann hier den Eindruck gewinnen, daß hier nur nachvollzogen wird, wie bekannte literarische Vorlagen filmisch umgesetzt wurden. Außerdem fehlen oft Daten, etwa zu Drehbuchautoren, Herstellungskosten, Publikumserfolgt, Drehaufwand und anderem. Als Leser erwartet man einfach mehr handfeste Information und Tiefgang.
  „Mythologie des Detektiv-Genres“ heißt das erste große Kapitel. Es ist mehr literatur- denn filmbezogene Einführung und kann die oben beschriebenen Mankos auch nicht wettmachen.
  Georg Sesslen wurde 1948 in München geboren. Der Autor, Feuilletonist, Cineast und Filmkritiker studierte Malerei, Kunstgeschichte und Semiologie in München. Er war Dozent an verschiedenen Hochschulen im In- und Ausland und arbeitet als freier Autor für u. a. epd Film, Frankfurter Rundschau, Freitag, Jungle World, konkret, Der Tagesspiegel, taz und Die Zeit, also teilweise Publikationen, die politisch sehr links einzuordnen sind.

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